Grundschülerin zeigt Mitschülern Handy-Porno und wird von Klassenfahrt ausgeschlossen

Eine Neunjährige hat einen Porno auf ihrem Handy herumgezeigt - und wurde dafür von der Klassenfahrt ausgeschlossen.
Eine Neunjährige hat einen Porno auf ihrem Handy herumgezeigt - und wurde dafür von der Klassenfahrt ausgeschlossen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
An einer Düsseldorfer Grundschule hat eine Drittklässlerin ihren Mitschülern einen Pornofilm auf ihrem Handy gezeigt. Was sind für so etwas die angemessenen Konsequenzen? Den Eltern des Mädchens ging die Schule zu weit, sie wehrten sich gegen einen Teil der Strafe vor Gericht.

Düsseldorf.. Weil Lena (9, Name geändert) einen Pornofilm auf ihrem Handy hatte und ihn Mitschülern zeigte, hat ihre Schule sie drei Tage vom Unterricht ausgeschlossen und ihr verboten, an der Klassenfahrt teilzunehmen. Zu hart fanden das die Eltern, sie zogen vor Gericht und verloren. Sogar das Oberverwaltungsgericht fand, die Strafe sei angemessen. Dennoch gibt es wohl ein Happy End.

Kommenden Montag sollte es losgehen, Lena freute sich auf die drei Tage mit den Klassenkameraden in Solingen. Doch die Schule entschied: Lena darf nicht mit. Weil sie Anfang Mai den Film in der Schule herumgezeigt hat.

Sie machte widersprüchliche Aussagen, wie der Film auf ihr Handy kam. Die Eltern vermuteten sogar einen Virus. Andererseits hat die Drittklässlerin im Laufe des Verfahrens eingeräumt, dass ein Freund ihres Bruder ihr mal zeigte, wie man solche Filme herunterlädt. Dann habe sie den Film versehentlich heruntergeladen. Strittig ist zudem, ob sie den Film bewusst anderen Kindern gezeigt hat oder ob diese auf ihn aufmerksam wurden, ihn dann sehen wollten.

Eltern dieser Kinder beschwerten sich, Lena musste drei Tage zu Hause bleiben. Danach mieden andere Schüler sie. Als sich das wieder normalisierte, stand die Klassenfahrt an.

Verstörende Konfrontation

Lenas Eltern fürchteten eine neue Ausgrenzung, zogen gegen das Fahrt-Verbot vors Verwaltungsgericht. Sie argumentierten, diese Strafe sei überzogen. Ohne Erfolg.

Die Eltern gingen ans Oberverwaltungsgericht in Münster. Auch das wies sie und ihre Beschwerde ab: Lenas „gravierende Pflichtverletzung“ sei geeignet, die Sexualerziehung der Schule zu stören und ihre Mitschüler zu gefährden. Diese seien einer „verstörenden Konfrontation“ ausgesetzt gewesen.

Es sei ebenfalls nachvollziehbar, dass andere von solchem Verhalten abgeschreckt werden sollen. Und Lena könne ja auch nach der Fahrt noch Gemeinschaftserlebnisse haben. Gegen eine möglichen Ausgrenzung vorzugehen, sei ohnehin Aufgabe der Schule, aber auch von Lena und ihren Eltern.

Fahrt verschoben

Sascha Schulz, der Anwalt der Familie, kann die Argumente nicht nachvollziehen: „Die Entscheidung ist allein aufgrund der Altersreife der neunjährigen Grundschülerin unvertretbar.“

Am Ende hat Lena aber Glück: Die Fahrt wurde kurzfristig auf den November verschoben.