Grundschüler erhalten eine Extraportion Umweltwissen

Claudius (v.l.), Nicolas und Jonas erzeugen ihren eigenen Strom mithilfe einer Dampfmaschine.
Claudius (v.l.), Nicolas und Jonas erzeugen ihren eigenen Strom mithilfe einer Dampfmaschine.
Foto: Christine Holthoff
Was wir bereits wissen
Beim Umweltamt können die Düsseldorfer Schulen kostenlose Bildungsangebote buchen, die den Unterricht ergänzen. Eines davon heißt „Energie erleben“.

Konzentriert schaut Claudius auf die Anzeige. „Schön den Zeiger beobachten“, sagt Sabine Köster: „Wenn er in den roten Bereich kommt, ist zu viel Druck drauf, dann fliegt uns hier alles um die Ohren.“ Gerade noch standen Claudius’ Mitschüler alle dicht gedrängt um das Lehrerpult, jetzt weichen einige von ihnen ein Stück zurück. Einer sagt: „Claudius, von dir hängt unser Leben ab!“

Ganz so dramatisch ist es nicht, was die Klasse 4a der Carl-Sonnenschein-Schule erlebt. Zusammen mit Sabine Köster vom Verein Deutsche Umwelt-Aktion lernen die Schüler, wie Energie entsteht, was das eigentlich genau ist und warum es schlauer wäre, weniger davon zu verbrauchen. Und: Diese Extraportion Wissen wird ihnen nicht allein per Frontalunterricht aufgetischt, sondern mithilfe kleiner Experimente – ein bisschen Nervenkitzel inklusive.

CO2 hält Wärme gefangen

„Okay, jetzt!“, ruft Claudius und Köster lässt auf sein Kommando Dampf ab. Im wahrsten Wortsinne. Denn der Apparat, um den die Schüler da so gespannt hocken, ist eine Dampfmaschine im Miniaturformat. Das Wasser im Kessel blubbert hörbar, kann mit dem Ton, der nun beim Dampfablassen entsteht aber nicht mithalten. „Aaaah, ist das laut!“, kreischt eine Schülerin und hält sich die Ohren zu. Das Licht des Lämpchens, das eben noch hell leuchtete, wird wieder schwächer. Erst als Köster die Schiene mit dem Brennstoff aus der Maschine zieht, erlischt es völlig. Wo kein Treibstoff – sei es in Form von Kohle im Kraftwerk, Benzin im Auto oder auch Nahrung für den menschlichen Körper –, da keine Energie. So viel haben die Schüler jetzt verstanden. Ebenso, dass jedes Kraftwerk zum Stromerzeugen ein Rad und einen Dynamo benötigt – auch wenn die dort anders heißen: Turbine und Generator zum Beispiel.

Was sie aber außerdem noch lernen sollen: Jedes Kraftwerk mit einem Schornstein lässt Rauch ab. „Und der hat einen ganz bestimmten Namen. Wer weiß es?“, fragt Köster. „Ein kleiner Tipp: Zwei Buchstaben und eine Zahl.“ „CO2!“, schallt es zurück. „Genau“, sagt Köster und davon habe sich im Laufe der Jahre so viel angesammelt, „dass es sich wie eine dicke Decke um die Erde gelegt hat“. So dick, dass Licht- und Wärmestrahlen der Sonne zwar noch hindurchgelangen, die reflektierte Wärme es aber nicht mehr durch die Schicht zurück schaffe. „Sie ist quasi gefangen“, erklärt Köster, „wie in einem Treibhaus.“ Das Ganze nennt sich dann: Globale Erwärmung. „Man könnte auch sagen, die Erde hat Fieber bekommen“, sagt Köster. „Und wer ist schuld daran?“ Das weiß nun wirklich jeder der Viertklässler: „Wir Menschen!“

Strom erzeugen ohne giftige Abgase

Was aber kann man dagegen tun? Die Schüler hätten da schon ein paar Ideen: Mehr mit dem Fahrrad statt mit dem Auto fahren, weniger vor dem Fernseher oder dem Computer sitzen. „Sparen heißt das Lösungswort zur Erderwärmung“, bestätigt Köster, hat aber noch einen weiteren Vorschlag: „Man kann Strom auch erzeugen ohne CO2. Mit Wasser, Wind und Sonne, den erneuerbaren Energien.“

Natürlich gibt es auch dazu Experimente: Lily muss ordentlich ins Windrädchen pusten, dann wird auch da Licht. Und mithilfe einer Lampe, in diesem Fall Stellvertreter für die Sonne, lassen die Schüler einen Plastikfrosch hüpfen. Schließlich trägt der ein Solarplättchen auf dem Rücken.

„Das war richtig cool“, bilanziert Nicolas im Anschluss. Ob er denn nun auch ein wenig aufs Energiesparen achte? „Ich hab’ eigentlich noch kaum elektronische Geräte“, sagt er. „Aber später bestimmt.“