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Grünfläche hinter Gittern

21.01.2015 | 00:10 Uhr

Heerdt. Der Ausbau der Straße Am Mühlenberg ist nach langer Anlaufphase im vergangenen Jahr abgeschlossen worden. Erleichterung bei den Bewohnern der Einfamilienhäuser, die oft gemahnt hatten, die unbefestigte Straße vor ihren Häusern endlich auszubauen. Wirklich glücklich sind sie deshalb nicht, weil sie noch immer vom grünen Areal auf der anderen Straßenseite zwischen Krefelder Straße und Friedhof Heerdt durch einen geschlossenen Bauzaun getrennt sind. Einige Schlupflöcher haben sich Kinder und Hundebesitzer schon geschaffen, erst recht die, die zur Erntezeit Brombeeren pflücken wollen.

Die Öffnung der Grünfläche für die Allgemeinheit ist dann auch Anliegen der 2013 gegründeten Bürgerinitiative „Am Mühlenberg“, die heute etwa 20 Mitglieder stark ist. „Wir haben Ideen entwickelt, wie dieses Areal zugänglich gemacht werden kann“, sagt Mattes Wallenfang, der gemeinsam mit SPD-Bezirksvertreter Marco Staack die Initiative vertritt. „Wir haben Pläne entwickelt, mit denen eine Grünverbindung beziehungsweise ein Fuß- und Radweg, teils auf der alten Bahntrasse vom Mühlenberg über Lörick zum Rhein und nach Süden bis zum Heerdter Krankenhaus – quer durch die linksrheinische Halbinsel führen könnte.“

Klingt gut, hat aber einen Haken. Denn: Seit 2006 gibt es einen rechtsverbindlichen Bebauungsplan (B-Plan) zum Bau von 52 Einfamilien-Doppelhäusern auf der Grünfläche zwischen der Straße Am Mühlenberg und dem kleinen Friedhof-Parkplatz an der Krefelder Straße. Einen Investor hat es auch schon gegeben, doch dann sind im Rahmen des Verfahrens erhebliche Schadstoffbelastungen (Schwermetalle, Mineralölkohlenwasserstoffe und Teeröle) im Boden und in der Luft festgestellt worden. „Bei den Sanierungsarbeiten 2007 hat es so gestunken, dass über die bis zu zehn Meter tiefe Ausgrabungsstelle eine Halle errichtet werden und die Luft abgesaugt werden musste“, sagt Staack, der gegenüber der Grünfläche mit seiner Familie wohnt. „An einigen Stellen wurden Einzelbohrungen gemacht, die aber wegen des Gestanks gleich wieder zugeschüttet worden“, ergänzt Wallenfang.

Grund für die Bürgerinitiative, die sich überwiegend aus Mitgliedern des Ökotopvereins zusammensetzt, von einer Bebauung des verseuchten Areals Abstand zu nehmen und es bei einer Grünfläche zu belassen. Zumal die Ergebnisse der bisherigen Grundwasserüberwachung eine Verunreinigung mit Polyzyklischen Kohlenwasserstoffen und Molybdän ergeben haben und laut Umweltamt ein zweiter Sanierungsabschnitt notwendig ist.

Wallenfang sagt hierzu: „Wir plädieren langfristig den B-Plan in Zusammenhang mit dem Grünordnungsplan zu ändern.“ Es müsse eine Grundlage geschaffen werden, wie die Fläche gestalten werden könnte.

Ein Kinderspielplatz und auch Gärten sollten aber ausgeschlossen werden. „Zunächst sind wir daran interessiert, den Bauzaun zu entfernen.“ Die SPD-Fraktion stellt dazu eine Anfrage in der linksrheinischen Bezirksvertretung 4 , die am 28. Januar, um 15 Uhr im Bezirksrathaus, Luegallee 65 tagt. Darin geht es unter anderem um die Frage, ob der Zaun aus Sicherheitsgründen aufgestellt wurde, um das Betreten der Fläche zu untersagen.

Zu erwarten ist, dass die Bezirksvertreter gegen eine Grünfläche nichts einzuwenden haben. Bezirksvorsteher Rolf Tups: „Es muss sichergestellt sein, dass von dem Boden keine Gefahr ausgeht, wenn sich vor allem Kinder dort aufhalten.“

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Grünfläche hinter Gittern
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2015-01-21 00:10
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