Grüne Smoothies und Rhabarber-Bier

Alexandra Greentree kippt immer wieder Spinat, Avocados und Bananenstücke in den Mixer. Das Gerät vermengt die Zutaten zu einer grünen Masse, die von der 24-Jährigen in einen Becher gegossen werden. Garniert mit ein paar Buchweizen-Körnern und Granatapfel-Kernen verkauft sie die Gesamtkreation als Smoothie gleich an einen Kunden. So geht das über Stunden, fast zwei Tage lang. Das Geschäft läuft gut. Für Alexandra Greentree ist das eine erfolgreiche Premiere. Zusammen mit ihrem Freund Henrik von Bonn stellt sie zum ersten Mal ihre Geschäftsidee „Greentrees“ der Öffentlichkeit vor. Ort der Präsentation ist das „GoodFoodFestival“, das am Wochenende erstmals auf dem Boui Boui-Gelände in Bilk stattfand.

„Wir haben die Firma erst vor ein paar Wochen gegründet“, sagt Alexandra Greentree, die tatsächlich so heißt und ihren Nachnamen zum Firmentitel gemacht hat. Vier Sorten Smoothies hat das Düsseldorfer Paar im Angebot. „Tropical“ heißt die Sorte mit Mango, Ananas und Banane. „Acai“ besteht hauptsächlich aus brasilianischen Beeren. Ein echter Renner ist der Green Smoothie mit viel Spinat. „Es geht aber um das Gesamtkonzept aus biologischer Herkunft, Nachhaltigkeit und kompostierbaren Verpackungen“, sagt sie.

Handgemacht und regional

Um solche Punkte geht es beim ersten „GoodFoodFestival“. „Es ist eine Ode an handwerklich und nachhaltig hergestellte Köstlichkeiten aus der Region“, sagen die Organisatoren Katrin Schwermer-Funke und Thomas Deckert. „Entdecken. Schmecken. Selbermachen.“ lautet das Motto. Alle teilnehmenden Aussteller kommen aus Düsseldorf oder dem Umland und müssen sich an diese Regeln halten. Für Kathrin Lohaus eine Selbstverständlichkeit. Sie ist Konditormeisterin aus Unterbilk und stellt ihre Schokoladen-Sünden vor. „Alles Handarbeit“, sagt sie. „Wir verzichten aus absoluter Überzeugung auf künstliche Aromen und Konservierungsstoffe.“ So wie bei der Schokoladen-Tarte mit Meersalz und Karamelsoße. Auch die karamellisierten Crêpes stammen aus ihrer Werkstatt „Bittersüß und Edelweiß“.

Aromatisiertes Bier gibt es am Stand von Phillip Roberts. Seine Biere heißen „Onkel“. Onkel Herbert etwa schmeckt nach Rhabarber, Onkel Albert hat eine süße Roggen-Note. Philipp Roberts experimentiert zwar in Düsseldorf mit diesen neuen Geschmacksrichtungen, aber: „Das Biergesetz in Deutschland sagt, Bier darf hier nicht mit Frucht oder Gewürzen gebraut werden.“ Aus diesem Grund lässt er in Belgien brauen – was ja von Düsseldorf so weit nicht entfernt ist und mit etwas Spielraum zur Region gezählt werden kann. Seit einem Jahr gibt es die Onkel-Biere in Supermärkten und Bars.

So weit ist Alexandra Greentree noch nicht. Sie und ihr Freund suchen zurzeit ein freies Ladenlokal, um ihre Smoothies anbieten zu können. Die Geschäftsfrau weiß, dass Smoothies nicht neu auf dem Markt sind, ist aber überzeugt, dass ihr Geschäft auf Dauer erfolgreich sein wird. Die Australierin ist vor 18 Monaten an den Rhein gezogen und vergleicht die beiden Länder. „In Sachen gesunder Ernährung ist Deutschland gerade erst am Anfang. Es gibt noch Potenzial.“