Großrazzia der Polizei gegen Antänzer-Szene in Düsseldorf

Großrazzia im sogenannten Maghreb-Viertel am Düsseldorfer Hauptbahnhof. Die Polizei geht dort seit mehr als eineinhalb Jahren verstärkt gegen vor allem aus Nordafrika stammende Kriminelle vor.
Großrazzia im sogenannten Maghreb-Viertel am Düsseldorfer Hauptbahnhof. Die Polizei geht dort seit mehr als eineinhalb Jahren verstärkt gegen vor allem aus Nordafrika stammende Kriminelle vor.
Foto: Archiv/Kai Kitschenberg, Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Mit einer Großrazzia ist die Polizei in Düsseldorf am Samstagabend gegen Kriminelle rund um den Hauptbahnhof vorgegangen. 300 Beamte waren im Einsatz.

Düsseldorf.. Die Gegend südlich des Düsseldorfer Hauptbahnhofs hat bei der Polizei einen anderen Namen als der Stadtteil Oberbilk vermuten lässt: Die Polizei in Düsseldorf spricht vom Maghreb-Viertel, weil sich dort viele Nordafrikanisch stämmige Menschen aufhalten - die die Polizei seit gut eineinhalb Jahren besonders im Blick hat.

Großrazzia in Düsseldorf dauerte sechs Stunden

Bei einer Großrazzia hat die Polizei am Samstagabend vor allem in der Gegend der Eller- und Mintrop-Straße Bars, Cafés und anderen Gaststätten kontrolliert. Um 17.30 Uhr startete der Einsatz, für den 300 Beamte zusammengezogen wurden. Die Razzia dauerte etwa sechs Stunden und war erst nach Mitternacht beendet.

Zwischenfälle habe es bei der Razzia nicht gegeben, erklärte ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen. Im Laufe des Tages werde das Präsidium mehr Informationen und Ergebnisse der Kontrollen veröffentlichen.

Im Fokus standen Gastronomiebetriebe, in denen sich auffallend häufig und viele Personen aus der "Antanz-Trick-"Szene aufhalten: "Aufklärungsergebnisse, die unter anderem aus dem Auswerte- und Analyseprojekt 'Casablanca' stammen, haben ergeben, dass sich hier zu bestimmten Zeiten Personen treffen und aufhalten, die im Verdacht stehen, Taschen- und Gepäckdiebstähle sowie Straßenraub- aber auch Drogendelikte zu begehen", hatte die Polizei am Samstagabend mitgeteilt.

2200 Verdächtige in Klau-Szene um Düsseldorfer Hauptbahnhof

Bereits Ende Januar vergangenen Jahres hatte die Düsseldorfer Polizei bei einer Großrazzia in Bahnhofsnähe mit 200 Beamten 15 Nordafrikaner festgenommen, die sich illegal in Deutschland aufhielten. „Im Viertel hat sich ein soziales, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum gebildet, das Personen als Rückzugsraum dient, die im Verdacht stehen, Taschen- und Gepäckdiebstähle, aber auch Straßenraubdelikte und Einbrüche zu begehen“, erklärte damals Einsatzleiter Roland Wolff. Und: „Wir müssen dahin, wo sich die Täter sicher fühlen, ihre Taten verabreden und die gemachte Beute absetzen.“ Die Razzia habe „eine Menge an Erkenntnissen gebracht.“

Trickdiebstahl Die Düsseldorfer Polizei hob deshalb das Projekt „Casablanca“ ins Leben, um herauszufinden, was sich in der Szene abspielt. Jüngst zog die Polizei dazu eine Bilanz nach eineinhalbjähriger Tätigkeit. Der Erkenntnisstand bis dato: Allein in Düsseldorf tummeln sich Klau-Banden mit 2244 Verdächtigen aus Nordafrika, die Mehrheit von ihnen (1256 Verdächtige) aus Marokko. Abschieben sei praktisch unmöglich, berichtet ein Polizist, der nicht genannt werden möchte. „Die Szene wächst und wächst. Für die Kollegen ist das sehr frustrierend.“

An der Razzia am Sonntag waren Beamte der Düsseldorfer Polizei und der Bundespolizei beteiligt, zudem sei der Einsatz mit mehreren Ämtern der Stadt koordiniert worden, sagte die Polizei. Eine Zwischenbilanz wollte die Polizei auch am späten Samstagabend noch nicht ziehen. Man habe "schlagartig" in Gaststätten zugegriffen und "die Situation konserviert" - heißt: wer sich dort aufhielt, kam vorerst nicht davon. Beamte nahmen Personalien auf, wo nötig wurden Personen durchsucht. (dae/fp)