Großeinsatz gegen organisierte Einbrecher- und Diebesbanden

Rund 1700 Beamte waren im Einsatz.
Rund 1700 Beamte waren im Einsatz.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
1700 Polizisten aus zwölf Behörden im Regierungsbezirk Düsseldorf machten den ganzen Tag über mobil gegen organisierte Diebesbanden und Einbrecher.

Düsseldorf.. Großkampftag für die Düsseldorfer Polizei in Sachen Wohnungseinbrüche und Eigentumskriminalität: Donnerstag wurde vom Präsidium am Jürgensplatz aus der Einsatz von rund 1700 Beamten im gesamten Regierungsbezirk koordiniert. Zwölf Polizeibehörden von Wuppertal bis Wesel und von Mönchengladbach bis Kleve waren an der ganztägigen Aktion beteiligt. Es gab mobile Kontrollstellen auf den Autobahnen, an Tank- und Raststellen, dazu Überprüfungen in Hotels und Unterschlüpfen potenzieller Straftäter sowie verdeckte Maßnahmen in Wohngebieten durch Zivilkräfte. Im Düsseldorfer Stadtgebiet waren 270 Beamte im Einsatz. Die Polizei zählte bis zum Abend mehr als ein Dutzend Festnahmen, allein in der Landeshauptstadt.

Der Erfolg ließe sich jedoch nicht an der Zahl der Inhaftierungen ablesen, betonte Kriminaldirektor Frank Kubicki, der die konzertierte Aktion von der Einsatzzentrale in der vierten Etage des Düsseldorfer Polizeipräsidiums aus leitete. „Es geht in erster Linie nicht darum, die Täter auf frischer Tat zu ertappen, sondern den Druck auf die Szene zu erhöhen“, so Kubicki.

Großrazzia am Hauptbahnhof als Vorbereitung

Insofern habe bereits die Großrazzia rund um den Hauptbahnhof am Dienstagabend eine „vorbereitende Wirkung“ gehabt. Mehr als 200 Polizisten hatten Cafés, Spielhallen und Shisha-Bars durchsucht, die als Rückzugsräume der Langfinger gelten. „Wir wissen ja, wo wir die Täter finden und wo sie ihre Touren planen“, so Kubicki.

Der Fokus lag bei der Aktion auf den Dämmerungseinbrüchen. In diesem Zusammenhang sind auch die Reisewege der Banden wichtig, erklärt Kubicki. Die Täter fallen frühmorgens in die Stadt ein und verlassen sie am Abend wieder. „Dementsprechend koordinieren wir auch die Kontrollstellen.“

Computerbetrug So klickten bereits im Vorfeld zum ersten Mal die Handschellen, und zwar am späten Mittwochnachmittag. Zwei junge Frauen hatten sich an einer Wohnungstür an der Albertstraße in Flingern zu schaffen gemacht. Eine der Frauen war schon vor rund zwei Wochen von der Düsseldorfer Polizei ins Gewahrsam genommen worden. „Doch damals musste sie wegen fehlender Haftgründe wieder entlassen werden“, sagt Dieter Töpfer, Leiter des Einbruchsdezernates. Diesmal ging’s in U-Haft.

Festnahmen in einem Billighotel

Weitere Festnahmen gab’s in einem Billighotel an der Kölner Straße, dort gingen den Ermittlern gleich zehn Männer aus Nordafrika ins Netz, die sich dort getroffen hatten. Unter den Männer drei bekannte Gepäckdiebe. In einem Hotel an der Worringer Straße hielt sich ein 41-Jähriger Kosovo-Albaner auf, der mit Haftbefehl (Verdacht illegaler Aufenthalt) gesucht wurde. Bei der Kontrolle eines Hauses an der Hoffeldstraße stießen die Fahnder auf drei mit Haftbefehl gesuchte Männer im Alter von 41, 47 und 52 Jahren – zwei Deutsche und ein Deutsch-Italiener.

„Die Banden kommen oft aus dem Ausland und schicken ihre Mitglieder täglich nach Düsseldorf“, weiß Töpfer. „Die Täter reisen aber auch weiter, sind einen Tag später in Berlin zugange, dann in Köln, dann wieder in Hamburg. Da hast du es als örtliche Behörde schwer, Zugriff zu bekommen.“

Sind die Täter erst einmal geschnappt, gibt es das Problem mit der Identität. „Wir hatten neulich noch eine Frau verhaftet, die vorgab, erst 14 zu sein“, so Töpfer. „Wir haben dann ein Altersgutachten in der Gerichtsmedizin erstellen lassen. Dabei kam heraus, dass die Frau um die 21 Jahre alt sein müsste.“

Wichtig ist, ergänzt Kubicki, „dass wir den Fingerabdruck haben und gegebenenfalls wissen, dass wir einen Wiederholungstäter vor uns haben“.