Große Suchaktion nach dem Vermissten

Mit Händen und Füßen suchen sie den Boden der Landskrone ab, und obwohl ihre Neoprenanzüge sie schützen, bleibt ihnen lediglich eine Stunde in dem sieben Grad kalten Wasser. Taucher der Polizei suchten gestern Nachmittag im Hofgarten nach René Kunstlewe, dem 27 Jahre alten Mann aus Bilk, dessen Spur sich in der Nacht auf Samstag irgendwo zwischen Krefeld und Düsseldorf verliert. Besonders konkret sind die Hinweise allerdings nicht. „Ein Zeuge hat eine Uhr ohne Armband in dem Park gefunden, die von der vermissten Person stammen konnte. Wir suchen nun den Park und die Gewässer ab“, sagt ein Sprecher der Polizei. Eine echte Spur haben die ermittelnden Beamten noch nicht, bis in die Dämmerung hinein durchsuchten etwa 35 Polizisten das Gelände: ohne Ergebnis.

Dabei sind die Beamten nicht alleine mit ihrer Suche. Hunderte Menschen wollen über die sozialen Netzwerke im Internet dabei helfen, den 27-Jährigen zu finden, tausende Male haben die Nutzer bei Facebook etwa sein Bild geteilt und um Hinweise gebeten. Seine Freunde hatten dazu aufgerufen. Das Problem ist, dass es hier einige Hinweise zu geben scheint, die Polizei aber nicht genau einzuschätzen weiß, was daran ist.

„Wer etwas weiß, soll sich auch bei uns melden“, bittet die Polizei deshalb. Stefan Röhrnbeck kennt René solange er denken kann. Mit vier Jahren schon spielten sie bei den Bambinis in Anrath Fußball, sie wuchsen gemeinsam auf, Grundschule, weiterführende Schule. „Wir hatten und ein wenig aus den Augen verloren, als ich nach beruflich nach London zog, doch seit ich in Düsseldorf wohne, ist es beinahe wie früher“, sagt Röhrnbeck. Es war Zufall dass er in der Nacht auf Samstag nicht dabei war. Röhrnbeck machte Skiurlaub in Österreich und sollte erst am nächsten Tag wieder in Düsseldorf sein. Die Freunde feierten ohne ihn. Es begann mit einer Geburtstagsfeier in Anrath. Kunstlewe war mit einer Gruppe von fünf Leuten in seinem Heimatort, es wurde gefeiert und ziemlich viel getrunken. Schon vorher hatten die Freunde verabredet, später in die Düsseldorfer Altstadt zu fahren. Sie nahmen die U-Bahn von der Haltestelle Dießemer Bruch gegen 23 Uhr. Allerdings soll Kunstlewe in einen anderen Wagen als seine Freunde gestiegen sein. Als die an der Haltestelle Heine-Allee die Bahn verließen, war er nicht da. Möglicherweise ist er vorher ausgestiegen. Auf Anrufe und Textnachrichten habe er nicht reagiert, online soll er zum letzten Mal gegen 2.15 Uhr in der Nacht gewesen sein. Gemeinsam mit anderen Freunden Kunstlewes hat Röhrnbeck sich am Samstag bereits auf die Suche gemacht. So soll ihn ein Türsteher auf der Ratinger Straße wiedererkannt haben.

Feste Beziehung

Er habe eine Platzwunde an der Stirn gehabt, außerdem soll seine Hose aufgewesen sein. „Ob man ihn unter Drogen gesetzt hat?“, mutmaßt Röhrnbeck. Kunstlewe feiert gern, oft war er mit Freunden in der Altstadt unterwegs, es wurde viel getrunken. Er lebt in einer festen Beziehung, hat seine Arbeit als Trockenbauer, auch die Behörden schließen aus, dass er einfach abgehauen ist, zumal er lediglich 80 Euro Bargeld bei sich hatte.