Große Hoffnung für die "große Lösung"
13.08.2009 | 23:00 Uhr 2009-08-13T23:00:00+0200Das Gesamtkonzept ist bestechend: Aus der ohnehin drängenden Renovierung des Allwetterbades kann der „Sportpark Flingern” entstehen, mit modernen Lösungen für Schwimmer und Wasserballer, für Fitness und Leichtathletik, für den Boxsport - und sogar für den Schützenverein.
Die Realisierung des Plans ist verschachtelt und bedarf vielfältiger Klärung. Doch diese Woche hat die Verwaltungskonferenz, das oberste Gremium der Stadtverwaltung, die Weichen für die Umsetzung des Zwölf-Millionen-Projekts gestellt.
„Ich bin sehr hoffnungsfroh, dass es gelingt”, bestätigte Sportdezernent Werner Leonhardt der NRZ. Zugleich wies er darauf hin, dass noch „gravierende” Fragen zu klären seien. Die Lösungsmöglichkeiten seien jedoch „klarer geworden”, begründete Leonhardt seinen Optimismus.
5,8 Millionen Euro stehen im Haushaltsplan für den überfälligen Ersatz des alten Zeltdachs. Damit wird Düsseldorfs einziges 50-Meter-Hallenbad, Voraussetzung für den Spitzensport, vom Energiefresser zum energetischen Vorzeigebad. Bädergesellschaft, Schwimmvereine, Sportverwaltung und Stadtsportbund wollen mehr: Einerseits die sogenannte „große Lösung” für die Schwimmer, die auch ein weiteres 25-Meter-Becken für die Öffentlichkeit vorsieht, andererseits eine ungewöhnliche Vereinigung weiterer „trockener” Sportarten unter dem neuen Dach des Bades. Sporthalle und Boxring können dazugehören.
Als Glücksfall spielt das Interesse des Landes NRW der Stadt in die Hände, eine Wettkampfstätte mit Tribünen für nationale Meisterschaften zu suchen. Bisher war unklar, ob das Innenministerium die für dieses Jahr bereitgehaltene Millionen-Förderung auch 2010 in Aussicht stellen würde. Die Neuigkeit aus dem Ministerium: Es sieht gut dafür aus. „Das Land ist außerordentlich hoch interessiert”, sagt ein Insider.
Oberbürgermeister Dirk Elbers, der sich mit dem Projekt schwergetan hat, hat vor sieben Wochen dem Schwimmsport versprochen, sich persönlich um die Sache zu kümmern. Am Dienstag hat er nach NRZ-Informationen Baudezernent Gregor Bonin beauftragt, die offenen Fragen in den nächsten Wochen zu klären. Dazu zählen Grundstückskäufe und der Umgang mit Altlasten bei einer Verlagerung von Boxhalle und Schützenplatz. Bonin muss hier noch die Interessen austarieren.
Sein Kollege Leonhardt attestiert dem Präsidenten des Stadtsportbundes, Peter Schwabe, mit der Vielfachnutzung des Objekts „lohnenswerte Vorschläge” gemacht zu haben. Damit müssen Stadtrat und Fachausschüsse noch befasst werden. „Im Idealfall” könne der Baubeginn noch in dieses Jahr fallen. Leonhardt: „Und dann wird alles in einem Rutsch gebaut!”
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