Grafenberger Schützenfest fällt flach

Grafenberg..  Bei der gestrigen Mitgliederversammlung der Schützen in Grafenberg stellte der Vorsitzende Peter Schmidt dem Regiment das neue Schützenfest-Konzept vor. Der wichtigste Punkt: Das Fest in diesem Jahr fällt aus, überhaupt soll es in Grafenberg fortan nur noch alle zwei Jahre eines geben. Der Grund liegt auf der Hand und betrifft beileibe nicht nur die Brauchtumsfreunde in Grafenberg: Den Regimentern wachsen die Kosten über den Kopf.

Für die jährliche Ausrichtung des Schützenfestes müsse man bis zu 10 000 Euro vorfinanzieren, sagt Schmidt. „Und das Geld bekommen wir auch durch die Platzmiete der Schausteller auf dem Staufenplatz nicht wieder rein.“ Zudem habe der Verein zuletzt viele Mitglieder verloren, aktuell gebe es noch 90 vollzahlende Schützen – es waren einmal weit mehr als 200. Vor allem die Kosten für Musik und Künstler seien explodiert, „und gleichzeitig sind immer weniger zahlende Besucher ins Festzelt gekommen“, sagt Schmidt, der dafür auch das Nichtraucherschutzgesetz verantwortlich macht. Darüber hinaus seien langjährige Sponsoren entweder weggebrochen oder verstorben. Schmidt: „Unsere Umsätze sind daher zuletzt leider um bis zu 30 Prozent zurückgegangen.“

Um die Kosten zu reduzieren – allein die Anschlüsse für Strom und Wasser summieren sich auf knapp 3000 Euro – sind die Schützen in Grafenberg vor drei Jahren dazu übergegangen, ihr Schützenfest mit der Osterkirmes im April zusammenzulegen. Ohnehin wurde das Schützenfest der Grafenberger, das traditionell im September stattfand, in den Jahren davor stets kleiner, es gab immer weniger Schausteller, die mitmachen wollten. Von der Fusion versprachen sich zum damaligen Zeitpunkt beide Seiten, Schützen wie Schausteller, Synergieeffekte. Gerade der Schaustellerverband mit Bruno Schmelter an der Spitze hatte darauf gedrängt, die ausufernde Zahl von bis zu 50 Kirmesveranstaltungen pro Jahr in Düsseldorf auf eine gesundes Maß zu stutzen. Für die Schützen in Grafenberg machte sich die Kooperation zunächst bezahlt. Schmidt hatte 2012 vorgerechnet, dass man „ein paar tausend Euro“ einsparen würde.

Gereicht hat es am Ende dennoch nicht. Trotzdem ist Schmidt überzeugt, mit dem neuen Konzept nicht nur den Verein finanziell zu entlasten, sondern auch für die Zukunft gewappnet zu sein. „Es ist ja nicht so, dass wir in diesem Jahr gar nichts machen. Es gibt im Spätsommer einen Familientag mit einem Regimentsschießen, im Herbst schließt sich ein Krönungsball an, wo wir dann hoffentlich auch ein bisschen Geld einnehmen, um 2016 wieder ein richtiges Schützenfest feiern zu können. Dann allerdings wieder im September wie früher auch.“ Und überhaupt: „Anderswo, etwa im Linksrheinischen, wird auch nur alle zwei Jahre in ganz großem Stil gefeiert, so außergewöhnlich ist das also nicht.“

Dass die Schützen in Düsseldorf ganz allgemein mit vielen Problemen zu kämpfen haben, hatte auch die in der Vorwoche neu gewählte Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Schützenvereine in Düsseldorf, Britta Damm, erklärt: „Das fängt bei den immer strikter werdenden Auflagen für ein Sicherheitskonzept an, geht über offene Fragen bei Gema-Gebühren, Künstlersozialkasse oder Schießstandverordnung und reicht bis zur besseren Vernetzung der Musik.“