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Glättegefahr auf vielen Gehwegen

17.01.2013 | 22:00 Uhr
Glättegefahr auf vielen Gehwegen
Die Awista streut auf den Fahrbahnen , was das Zeug hält, um Verkehrsunfälle zu verhindern. Auf den Gehwegen aber gilt ein Tausalzverbot.Foto: Joachim Kleine-Büning

Düsseldorf. Wegen der zunehmenden Glättegefahr auf den Gehwegen haben immer mehr Bürger zum Streusalz gegriffen. Da diese Produkte in Baumärkten und Discounter-Geschäften zu kaufen sind, glauben etliche Kunden, dass sie das Tausalz verwenden dürfen.

Nicht aber in Düsseldorf: Das ist hier nach der Straßenreinigungssatzung verboten.

Paradox: Während für private Hausbesitzer ein Salzverbot gilt, meint die Stadtreinigung Awista: „Wir dürfen das.“

Beispiel Wittlaer, Heinrich-Holtschneider-Weg: Die Bewohner müssen sich vor ihrer Haustür mit Besen und Schaufel plagen, während direkt daneben die Awista Salz vor der benachbarten Kindertagesstätte streut. Einmal rüber, fertig. Die Awista erklärt, dass sie bei der Reinigung vor städtischen Einrichtungen auch Geräte mit Salzstreu-Aufsatz benutzt. „Wir versuchen natürlich, wo es geht, mit Granulat und Split zu arbeiten“, sagt Awista-Sprecher Ralf Böhme. „Das wird bei uns unterschiedlich gehandhabt.“

Das Umweltamt stellt dagegen klar, dass auch die Awista sich an das Verbot halten muss - und zwar dort, wo sie im Auftrag des Rathauses den Fußgängerweg vor einem städtischen Gebäude kehrt. „Es darf nur ausnahmsweise und auch nur in Maßen auf gefährlichen Flächen, Treppen und Gefällen gesalzt werden“, betont die stellvertretende Leiterin des Umweltamtes, Inge Bantz. Diese Ausnahmen gelten übrigens auch für die Hauseigentümer.

Das Umweltamt appelliert an alle Beteiligten, die Regelungen zu beachten. Denn das Salz ist reines Gift für die Natur. Viele Straßenbäume sind so stark geschädigt, dass sie früher absterben.

Anders ist die Situation beim Straßenverkehr. Für ein Salzverbot auch auf Fahrbahnen würde es keine politische Mehrheit geben. Das Unfallrisiko wäre dann viel zu hoch. In diesem Punkt hat die Gefahrenabwehr Vorrang. Schon vier Mal hat der Awista-Winterdienst in dieser Woche 1025 Straßenkilometer abgestreut und dabei schätzungsweise über 700 Tonnen Salz verbraucht. Die Lagervorräte reichen noch für die nächsten zwei Wochen aus, zumal bereits weitere Lieferungen nachbestellt wurden.

Der Winter wird sich vorerst nicht verabschieden. Im Gegenteil: „Es kann glatter werden, wenn plötzlich die Sonne scheint und die Oberfläche anfriert“, berichtet Böhme, der zu erhöhter Vorsicht mahnt. Der Wetterdienst hat wieder eine amtliche Warnung vor Glätte herausgegeben. Seit Beginn der Woche rutschten bereits Dutzende Passanten auf dem glatten Pflaster aus und verletzten sich. Einige kamen mit Verdacht auf einen Knochenbruch ins Krankenhaus.

Auf Spazierwegen am Rhein und in den Parkanlagen haben sich hier und da unter der oberen Schneeschicht bereits regelrechte Eisplatten gebildet. Wer nicht aufpasst, kann schwer stürzen. Im Hofgarten wurde die wichtigsten Wege inzwischen mit Granulat abgestreut.

Das Umweltamt beauftragte die Awista am Mittwoch mit einer Sonderreinigung in den Fußgängerzonen in der Altstadt, in Benrath und in Gerresheim. Dort waren die Gassen von den Anliegern teilweise nur unzureichend gekehrt worden, so dass die Stadtreinigung ausrücken musste, um auch die Straßenmitte von Schnee und Matsch zu befreien.

Michael Mücke



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