Gericht schickt Brummi-Andi mehrere Jahre in Haft
03.02.2012 | 17:19 Uhr 2012-02-03T17:19:00+0100
DüsseldorfBrummi-Andi muss nun brummen: Das Amtsgericht Düsseldorf verurteilte den Monheimer Andreas B. (26), weil er bei seiner Festnahme vor einem Jahr eine Waffe dabei hatte, zu neun Monaten. Diese Strafe zog es mit zwei bereits verhängten Strafen auf zwei Jahre und acht Monate zusammen.
Zudem droht jetzt der Widerruf einer alten Bewährung, so dass ihm rund vier Jahre Haft bevorstehen. Richterin Uta Kretschmer hofft, dass ihn das zur Raison bringt: „Sie sind doch nicht dumm“, redete sie ihm ins Gewissen. „Ich habe Ihnen schon einmal gesagt, dass es in Ihrer Hand liegt, sich zu ändern.“
Der junge Mann, inzwischen mit schicker Designerbrille, schwieg im Prozess, ließ Verteidiger Marcus Hertel sprechen. Ja, Andreas B. habe eine Waffe dabei gehabt - „eine maßlos dämliche Idee“, gab der Anwalt zu. Aber er habe die Schreckschusspistole wegwerfen, nicht auf die Polizisten zielen wollen. Und habe sich auch nicht mit Gewalt gegen seine Festnahme gewehrt.
Zivilbeamte hatte Andreas B. am 14. April 2011 auf der Glatzer Straße im Stadtteil Eller gestellt. Einen Monat zuvor war er nicht zu einem Prozess erschienen und untergetaucht. Die Polizei bekam einen Tipp. Als er gerade in ein Auto steigen wollte, stürmten Zivilbeamte auf ihn zu.
Der 26-Jährige lief davon, zog dabei die Waffe aus dem Hosenbund und drehte sich zu den Verfolgern um. Dann fiel die Waffe zu Boden und er wurde niedergerungen. Dass er auf die Beamten gezielt hatte, daran konnte sich keiner erinnern. Und auch nicht daran, dass er aktiv Widerstand leistete. Daher wurde er nicht wie angeklagt wegen Widerstands verurteilt, sondern nur dafür, dass er die Waffe bei sich trug.
Bekannt wurde Andreas B. als 14-Jähriger für seine Spritztouren mit gestohlenen Lkw. Am Ende baute er einen tödlichen Unfall mit einem Polizisten. Dafür und für weitere Straftaten ging er mehrere Jahre ins Gefängnis.
Kuss zum Abschied
Schloss dort eine Lehre zum Kfz-Mechatroniker mit Bestnoten ab. Wieder frei konnte er aber keinen Fuß in dem Beruf fassen, schlug sich mit Jobs durch. Und fiel immer wieder beim Autofahren auf, obwohl er keinen Führerschein hat. Zwei Gewalttaten - Prügel mit einem Warndreieck und ein Überfall auf eine Bekannte - brachten ihm kürzlich jeweils anderthalb Jahre Haft ein. Seine Heirat und die Geburt seiner Tochter stimmten die Richter nicht so milde, dass sie ihm Bewährung gaben.
Vor einem der Prozesse war er geflohen, bis die Polizei ihn stellte. Auch vor dem aktuellen Prozess war er zunächst verschwunden, nachdem ihn das Richterin Kretschmer vorläufig auf freien Fuß gesetzt hatte. Doch die Fahnder fanden ihn. Jetzt kann er erstmal nicht mehr weglaufen.
Seine Frau, die während des Prozesses unter den Zuschauern saß, durfte ihn zum Abschied noch einmal küssen.
07:31
"Auch vor dem aktuellen Prozess war er zunächst verschwunden, nachdem ihn das Richterin Kretschmer vorläufig auf freien Fuß gesetzt hatte."
Wie oft wird so einer eigentlich von einer Richterin auf freien Fuß gesetzt. Wer schützt die Gesellschaft vor so einem Kriminellen? Es würde sich vielleicht mal etwas ändern, wenn eine Richterin von ihm überfahren oder verprügelt würde. Super Justiz. Man tut mehr für die Verbrecher als für die Opfer.