Gema verlangt 52.000 Euro Gebühren-Nachzahlung für Musik bei "langer Tafel"

Das Landgericht Düsseldorf befasst sich mit einem Streit zwischen der Gema und dem Veranstalter des Gastronomie-Events "Lange Tafel".
Das Landgericht Düsseldorf befasst sich mit einem Streit zwischen der Gema und dem Veranstalter des Gastronomie-Events "Lange Tafel".
Foto: 42-Jaehriger wegen Verschleppung
Was wir bereits wissen
Die Verwertungsgesellschaft für Urheberrechte Gema fordert 52.000 Euro Nachzahlung für das Abspielen von Musik während der Gastronomie-Veranstaltung "Lange Tafel" in Düsseldorf-Oberkassel. Der Tafel-Veranstalter hält die Gebühren für völlig überzogen. Nun landet der Streit vor dem Landgericht.

Düsseldorf.. Es war ein tolles Wochenende im Juni 2009: Zur Mittsommernacht luden Spitzenköche zu feinen Speisen an die lange Tafel am Rhein, Kleinkünstler unterhielten die Besucher, Ballons auf der Oberkasseler Rheinseite wurden zum Hingucker. Zahlreiche Besucher schlenderten durch die Stadt.

Doch der Erfolg hatte ein Nachspiel: Die Verwertungsgesellschaft für Urheberrechte Gema fordert von der Veranstaltungsagentur Gebühren für abgespielte Musik und zwar fast 52.000 Euro. Der Streit landete jetzt vor dem Landgericht.

Keine Beschallung der ganzen Veranstaltung

Jörg Paffrath, Inhaber der Veranstaltungsagentur Paffrath Events, hält die Gebühren für völlig überzogen. Das ganze sei keine Musikveranstaltung gewesen, er habe nur vereinzelte Musikdarbietungen gegeben – die Agentur habe nicht alle Stände in der Stadt kontrollieren können. Aber das sei keinesfalls eine Beschallung der ganzen Veranstaltung gewesen.

Vor allem aber rechne die Gema mehrere Veranstaltungen zusammen, die einfach gleichzeitig stattfanden: Seine Agentur sei nur für die Lange Tafel und die Mittsommernacht zuständig gewesen, aber nicht für das Ballonfestival, den Radschläger-Wettbewerb oder das Fest auf der Breiten Straße.

Prozess wird fortgesetzt

Ein Jahr später war er extra vorsichtig gewesen, hatte der Gema im Vorfeld extra erklärt, dass für die geplante Veranstaltung keine Gema-Gebühren anfallen. Vergeblich: Für die Lange Tafel 2010 will die Gema 8550 Euro.

Das ließ die Vorsitzende Richterin allerdings schon stutzen: Warum für die gleiche Veranstaltung so unterschiedliche Gebühren anfallen, müsse die Gema erklären. Dazu muss die Gesellschaft nun noch weitere Unterlagen einreichen.

Der Prozess wird fortgesetzt.