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Geldstrafe auf Bewährung wegen falscher Prüfprotokolle beim U-Bahn-Bau

08.08.2011 | 18:41 Uhr
Geldstrafe auf Bewährung wegen falscher Prüfprotokolle beim U-Bahn-Bau

Düsseldorf.Ein Polier wurde wegen der Fälschung von Prüfprotokollen, die den U-Bahn-Bau in Düsseldorf betrafen, zu 1400 Euro Geldstrafe auf Bewährung verurteilt. Die Strafe fiel so milde aus, weil es keinen Schaden und keine Gefährdung gab.

Erst stürzte in Köln das Stadtarchiv ein , dann war in Düsseldorf die Sorge groß: Werden die Bauarbeiten an der Wehrhahn-Linie zu einer ähnlichen Katastrophe führen? Die Ermittlungen wegen Unregelmäßigkeiten beim Düsseldorfer U-Bahn-Bau endeten jetzt milde für einen Polier: 1400 Euro Geldstrafe auf Bewährung.

Der 48-Jährige akzeptierte den Strafbefehl wegen Fälschung technischer Aufzeichnungen, das Urteil ist damit rechtskräftig. Zahlen muss der Polier aber nur, wenn er in den nächsten zwei Jahren wieder straffällig werden sollte.

Das Gericht verurteilte ihn, weil er im Ende 2008 vier Protokolle über den Bau von Schlitzwänden manipulierte. Schlitzwände stützen die Baugrube und dichten sie gegen Grundwasser ab. Ihre Standfestigkeit wird mit Kontrollmessungen geprüft. Die manipulierten Protokolle enthielten Messungen von anderen Wänden, die leicht verändert als neue ausgegeben wurden. Ursprünglich standen 27 Protokolle unter Verdacht, so gefälscht zu sein. Aber nur bei vier ließ sich das beweisen.

Es gab keinen Schaden

Die Strafe fiel so milde aus, weil es keinen Schaden und keine Gefährdung gab. Die Arbeiter hatten die Prüfgeräte nicht benutzt, weil der Akku leer war oder die Funkverbindung aussetzte. Sie verließen sich auf ihre Erfahrung. Kontrollen ergaben, dass an den Wänden alles korrekt war.

In Köln war das anders: Dort waren nach dem Archiv-Einsturz manipulierte Prüfberichte aufgefallen, dann auch Fehler in den Wänden. Die Ermittlungen in der Domstadt laufen noch. Eingestellt wurden die Ermittlungen der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft gegen einen weiteren Polier, der auf beiden U-Bahn-Baustellen in Köln und Düsseldorf gearbeitet hat. Die Vorwürfe gegen ihn konnten nicht erhärtet werden.

Katharina Rüth

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