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Geld - was ist das eigentlich?

17.09.2012 | 19:39 Uhr
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Geld - was ist das eigentlich?
Regisseur Peter Kastenmüller am 17. September 2012 bei der Pressekonferenz zur Premiere "Wunder des Alltags" im Junges Schauspielhaus an der Münsterstraße 446. Foto: Sergej Lepke / WAZ FotopoolFoto: Sergej Lepke

Düsselddorf. Geld, Liebe, Krieg, Internet - was ist das eigentlich? Aus kindlicher Perspektive befragt der Musiker und Autor PeterLicht die Welt. Seine Theatercollage feiert am 20. September Uraufführung im Jungen Schauspielhaus.

Nein, ablichten lassen will PeterLicht sich nicht. Seit Jahren hält der in Köln lebende Indiepop-Musiker, Songpoet und Autor sein Gesicht von Fotos wie Videos fern .Ein bewusster Rückzug aus dem Öffentlichkeitswahn, Inszenierung von Eigenwilligkeit? Gleichwie, das muss nicht erklärt werden. Viel interessanter ist es, einen anderen Blick auf die Welt zu wagen, vertraute Wörter zu befragen, die Fantasie zu befeuern: Geld, Arbeit, Internet, Krieg oder Liebe? Was ist das, und wie funktioniert das eigentlich?

Bei seinen Erklärungsversuchen für kleine Leute ab sechs Jahren hat sich PeterLicht nicht nur in den kindlichen Teil seiner Seele zurückversetzt, sondern auch Kinder als beratende Experten gehabt , um in die „Wunder des Alltags“ abzutauchen.

Im Reich der Konto-Zwerge

Das gleichnamige Stück, eine Collage aus Text und vielen Liedern (u. a. eines über die Schwerkraft) ist sein Wunschwerk für das Junge Schauspielhaus und das erste für ein Kinderpublikum. Uraufführung hat die Auftragsarbeit am Donnerstag, 20. September an der Münsterstraße. „Theater“, schwärmt der Autor, sei ein „wunderbar utopischer Raum, wo Dinge sein dürfen“. Im Gegensatz zum Urkapitalistischen des Pop, wo die Verwertbarkeit alles sehr einschränke.

Was ist Arbeit? Wenn man woanders ist als zu Hause und in der Schublade Geld findet? Und wie sieht das Reich unter dem Kontoautomaten aus. Tragen dort Konto-Zwerge das Geld hin und her? Wer da an TV-Formate wie „Dings da“ oder „Die Sendung mit der Maus“ denkt, liegt nicht ganz richtig. „Wunder des Alltags“, sind sich PeterLicht, Dramaturg Ludwig Haugk und Regisseur Peter Kastenmüller einig, will weder Kindermund für amüsierte Erwachsene servieren noch Weltanschauungsunterricht bieten.

Testpublikum für Uraufführung

Vielmehr sich mit Lust in der Sprache verzetteln, zum Weiterspinnen animieren, aus der eingefahrenen Erwachsenenlogik ausbrechen, Augen und Ohren für das Wundervolle und Wundersame öffnen. Und, wie PeterLicht es nennt, dabei „die schwarmhafte Weltverbundenheit“ entdecken.

Jedenfalls war es Regisseur Kastenmüller beim Text- und Liedtransport auf die Bühne wichtig, auf die Reaktionen des jungen Testpublikums - zwei Klassen mit Acht- bis Zehnjährigen - zu horchen Wo sie einhaken, was sie verstehen, wo sie mitfühlen? Mit dem Ergebnis, dass nach der Probevorstellung so manches geändert wurde. Bilder, die die Texte in sich tragen, tauchen auf der Bühne auf, und ein Figurenarsenal aus Spinne, Ritter, Zahn, Transformer, Wanderwarze und Joker soll die Wunderwirkung des Alltags verstärken. Während der Wal die Musik macht, live gesungen und auf der Posaune wie am Klavier angestimmt. „Einen sehr musikalischen, humorvollen und total verwirrenden Abend“, stellt PeterLicht in Aussicht. Wunder wollen schließlich ihren Zauber nicht an einfache Erklärungen preisgeben.

Ulrike Merten

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