Gefahren auf dem Weg zu Schule

Mörsenbroich..  Jakob, Tim und Ilyas gehen in die zweite Klasse der Carl-Sonnenschein-Schule. Eigentlich sollen die Grundschüler den Weg dorthin schon längst alleine bewältigen. „Das wird uns Eltern immer nahe gelegt, damit die Kinder selbstständig werden, aber ich das ist leider bei unseren Kindern nicht möglich“, sagt Dagmar Steinweg. Denn die Jungen wohnen im kinderreichem Neubaugebiet Reitzensteingelände. Und da dieses noch lange nicht fertig bebaut ist, gibt es dort nur Baustraßen ohne Bürgersteige. Die Kinder müssen also über einen unbefestigten Randstreifen oder mitten auf der Straße laufen, wobei beide Bereiche oft mit Baumaterial, Baggern oder Autos zugestellt sind.

„Ich habe das Problem bei der Stadt angesprochen und die hat sofort reagiert“, sagt Britta Withöft. Der Randstreifen wurde einige Tage später mit großen gelben Barken als Fußgängerbereich abgetrennt. Was die ersten Tage noch funktionierte, hat sich inzwischen als eine Verschlechterung herausgestellt. Denn die Barken werden immer wieder von Bauarbeitern versetzt oder fallen um, so dass der geschützte Weg in einer Sackgasse endet oder so schmal wird, dass er nicht mehr begehbar ist.

„Die Kinder laufen jetzt über die Straße, aber die ist oft durch die großen Fahrzeuge nicht einsehbar. Die Situation ist sehr unübersichtlich“, sagt Fatima Inceoglu. Die Eltern würden sich deshalb wünschen, dass die bereits fertiggestellten Grünanlagen, die das Wohnquartier durchziehen, aber noch abgesperrt sind, von der Stadt freigegeben werden. „Eine weitere Lösung wäre, statt der Barken Halteverbotsschilder aufzustellen, damit eine Straßenseite vollständig frei bleibt“, sagt Withöft.

Voraussetzung wäre allerdings, dass das Verbot dann auch anschließend regelmäßig kontrolliert wird. Stefan van Dick, Vertriebsleiter bei der Wilma Bau, kennt das Problem. „Wir haben unsere Mitarbeiter angewiesen, mehr auf die Barken zu achten. Allerdings müssen wir diese teilweise entfernen, da noch Hausanschlüsse geschaffen und dafür Gräben gezogen werden müssen“, sagt van Dick. Er drängt deshalb auch auf eine Öffnung der Grünflächen. Dieser Schritt würde allerdings nicht allen Bewohnern nutzen, denn nicht nur für Schulkinder ist die Situation ein Problem. Auch Erwachsenen fühlen sich besonders auf der Haupterschließungsstraße Zur alten Kaserne oft unwohl. „Das liegt daran, dass die Fahrer der großen Baufahrzeuge das Gebiet als Großbaustelle und nicht als öffentlichen Straßenraum wahrnehmen. Fußgänger gehören da nicht ins Bild und auf sie wird deshalb keine Rücksicht genommen“, sagt Philipp Gilbert. Er befürchtet, dass sich die chaotische Situation noch weiter zuspitzen wird, wenn weitere Häuser entlang der Straße im März bezogen werden und dann dort noch mehr Baufahrzeuge abgestellt werden.

Besonders gefährlich empfindet er die Situation in den dunklen Morgen- und Abendstunden. „Ich fände es deshalb gut, wenn die Barken nicht mehr auf dem unbefestigten Randstreifen sondern gut sichtbar auf der Asphaltfläche stehen würden. Dann müssten wir auch nicht immer durch die Matsche laufen“, sagt Gilbert. Und die Barken würden nicht so leicht umfallen.