Gänseschwund im Hofgarten

Hausgänse fallen unter die Vogelgrippe-Verordnung.
Hausgänse fallen unter die Vogelgrippe-Verordnung.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Derzeit sind 18 Hausgänse in einem Schuppen des Düsseldorfer Gartenamtes an der Inselstraße untergebracht. Grund: eine bundesweite Vogelgrippe-Verordnung. Es gibt Kritik.

Düsseldorf..  Die Spaziergänger im Hofgarten wundern sich seit vielen Wochen: Sie vermissen die weiß-braun-grauen Hausgänse, die sich sonst im Park tummeln. Die Rede ist von exakt 18 Hausgänsen und so genannten Hausganshybriden (Kreuzungen), die zurzeit in einem Schuppen an der Inselstraße untergebracht sind.

Der Grund ist ein Vorfall, der weit zurück liegt. Es ist ein Vorfall um eine so genannte Krickente, die auf der Insel Rügen im November vergangenen Jahres im Rahmen der Überwachung der Geflügelpest gezielt geschossen und untersucht worden war. Sie war mit der Vogelgrippe infiziert. „Seitdem gibt es eine Aufstallungsverordnung vom Umweltministerium“, erklärt die Düsseldorfer Gartenamtsleiterin Doris Törkel. „Weil die 18 Tiere der Stadt unterstellt sind, müssen wir sie laut Verordnung einsperren, denn sie könnten Kontakt mit infizierten Wildtieren haben.“

Kritik von der „Schwanenmutter“

Es gibt jedoch Kritik. Margarete Bonmariage etwa schwant Böses. Die Tiere litten an Stress, allein schon beim Einfangen. Zudem seien sie es gewöhnt, im Wasser zu sein“, sagt die 78-Jährige, besser bekannt als Schwanenmutter. Im Verschlag hätten sie gerade einmal eine Wassertonne zur Verfügung, in der sie ihre Köpfe stecken könnten. „Dazu sollte man das Alter der Gänse berücksichtigen“, mahnt sie. „Viele sind 20 Jahre und älter und nicht mehr so belastbar.“ Bonmariage redet sogar von „Tierquälerei“.

Kurz nachdem die Verordnung öffentlich wurde, sammelten Mitarbeiter des Gartenamtes die 18 Gänse im Hofgarten ein. Zwischenzeitlich waren sie dann im Wildpark in Grafenberg untergebracht. Dies war aber nur eine Notlösung. Schließlich wurden die Garagen auf dem Gelände des Gartenamtes auf der Inselstraße leer geräumt und für die neuen Bewohner präpariert. „Natürlich ist das für die Tiere nicht für alle Zeiten wunderbar“, sagt Törkel, versichert aber auch: „Die Gänse werden täglich gefüttert, auch mit frischem Salat, ihnen fehlt es an nichts.“ Zudem sei die ganze Maßnahme mit dem Veterinäramt abgesprochen. „Und“, so Törkel, „mit Frau Bonmariage eigentlich auch“.

Die Maßnahme gilt nur für den Hofgarten, weil es laut Aufstallungsverordnung einen vom Rhein 500 Meter entfernten „ Vogelgrippe-Korridor“ gibt. Das hat mit der Bewegung der Zugvögel zu tun. Wann es für die Hofgarten-Hausgänse wieder grünes Licht gibt, ist fraglich. Törkel: „Das liegt in der Hand des Umweltministeriums.“

Dennoch: Margarete Bonmariage wünscht sich eine bessere Unterbringung der Tiere. „Es kann nicht sein, dass die Gänse über Monate zusammengepfercht in einem Schuppen hausen.“ Die Frau, die für ihr Engagement schon mit einem Preis der Düsseldorfer Hans-Rönn-Stiftung (die für Personen, die an einer Besserstellung von Tieren arbeiten, einen jährlichen Geldbetrag aussetzt) geehrt wurde, sagt „Die Stadt muss etwas tun.“