Fußball als Mittler zwischen den Kulturen

Eine tolle Aktion zur Unterstützung von Flüchtlingen startet am morgigen Samstag in Gerresheim. Im DJK-Stadion, An der Leimkuhle 10, wird um 14 Uhr das erste Spiel zwischen einer deutschen Amateurmannschaft und einer Flüchtlingsmannschaft aus verschiedenen Nationen angestoßen. Die Idee dazu hatte Ralf Borufka, Geschäftsführer der Sportfreunde Gerresheim. „Vor ungefähr acht Wochen bekam ich eine Anfrage, ob ein junger Mann in eine der Mannschaften aufgenommen werden könnte. Später erst stellte sich dann heraus, dass es sich bei dem neuen Spieler um einen Flüchtling handelt“, erzählt er. Hier kam Borufka die Idee: Ein Freundschaftsspiel zwischen einer Mannschaft aus dem Verein und einer Flüchtlingsmanschaft wäre eine schöne Aktion, um den Flüchtlingen die Integration in unsere Gesellschaft zu ermöglichen. „Also setzte ich mich mit den Verantwortlichen der Flüchtlingseinrichtungen in Verbindung. Meine Idee kam an und wir begannen mit den Vorbereitungen“, so Borufka. Sie druckten Plakate, auch in englisch, französisch und arabisch. „Die wurden in den Einrichtungen so aufgehangen, dass die Flüchtlinge direkt darauf zuliefen und gar nicht anders konnten, als sie zu lesen“, bericht der Geschäftsführer.

Großes Interesse bei den Flüchtlingen

Flüchtlinge meldeten sich zahlreich: 27 Leute wollen mitmachen. Die Flüchtlinge werden morgen von der Diakonie abgeholt und zum Spielfeld begleitet. Das Durchschnittsalter der Spieler aus dem Flüchtlings-Team liegt bei 27 Jahren. Das Team besteht aus vielen jüngeren, um die 17 Jahre, einige sind Mitte 20. Doch der 60-jährige Syrer, der als einziger im Team nicht dunkelhäutig ist, hebt den Altersdurchschnitt. Alle sind hervorragende Läufer und Spieler, meint Borufka. So kann man darauf schließen, dass einige auch schon in ihrer Heimat Fußball gespielt haben. Auch der Älteste der Mannschaft ist noch top fit. Das Team organisiert und trainiert sich selbstständig und ist nicht auf die Hilfe des Vereins angewiesen. Doch im Endeffekt geht es bei dem Spiel mehr um den Spaß und den Kontakt zu anderen Kulturen, als ums Gewinnen.

Der Verein bekommt bei seinem Projekt viel Unterstützung. Die Schiedsrichtervereinigung stellt einen Kollegen, der eigentlich aus der Oberliga kommt und englisch und französisch spricht. So können alle verstehen, wieso er wie pfeift. Die Kommunikation ist nämlich ein bisschen kompliziert. Da viele der Flüchtlinge nur französisch oder ein wenig englisch sprechen verläuft die Verständigung auf dem Platz bis jetzt auf Englisch – oder durch das Gestikulieren mit Händen und Füßen. Auch die Bürgerstiftung Gerricus hilft wo sie nur kann. „ Durch Sport ist es seht leicht, Zugang zueinander zu finden. Man hat kaum sprachliche Barrieren und dabei ein gemeinsames Erlebnis, dass verbindet und dabei hilft, Kontakt herzustellen“, sagt Angelika Fröhlig, Vorstands- Mitglied und Pressesprecherin der Stiftung. Sie dienen als Back-up und wollen mit ihren finanziellen Mitteln und kontakten helfen. „ Einige der Jungs tragen nur Flip Flops und haben keine Fußballschuhe, da springen wir dann zum Beispiel ein“.