Fuß vom Gas auf der Brücke

Oberkassel/Flehe..  Jahrelang rollten die straßenverkehrsordnungstreuen Autofahrer im selben Tempo über die sechs Rheinbrücken Düsseldorfs. Dann änderte sich innerhalb von drei Monaten gleich an zwei Stellen das zulässige Höchsttempo, einmal zugunsten der Freunde der flotten Vorwärtsbewegung, einmal zugunsten des Lärmschutzes.

Auch zahlreiche Ausnahmeregelungen erschweren den Autofahrern die Frage, wann ihr Tachometer gerade die richtige Geschwindigkeit anzeigt. Die gravierendste Neuerung erfuhr die Fleher Brücke. Das Verwaltungsgericht kippte Ende Oktober Tempo 80, Stadt und Bezirksregierung wollten zunächst für dessen Erhalt beziehungsweise Wiedereinführung kämpfen, kamen dann aber doch zum Ergebnis, dass sie Tempo 120 akzeptieren. Und das obwohl auf der anderen Autobahn-Rheinbrücke am Flughafen maximal 100 km/h gefahren werden dürfen.

Bürger profitieren

Ob die derzeit ausgeschalteten Blitzer auf der Fleher Brücke auch für 120 wieder eingeschaltet werden, klären das Verkehrsdezernat und die Bezirksregierung in den nächsten Wochen. Eine Entscheidung wird für März erwartet.

Während bei der A46-Brücke die Anwohner die Leidtragenden der juristischen und politischen Entscheidungen waren, haben die Bürger in Unterbilk profitiert. Auf der Rheinkniebrücke steht das Tempo-80-Schild in Fahrtrichtung Oberkassel nun erst dort, wo die Rampe von der Kavalleriestraße auf die Brücke stößt. Folglich gilt auf der gesamten Rampe, die von der Herzogstraße kommt, 60 km/h als Maximalgeschwindigkeit.

Dieses frisch eingeführte Tempo will die Stadt nach eigenen Angaben regelmäßig kontrollieren lassen – in der Hoffnung auf einen entsprechenden pädagogischen Effekt. Tempo 60 gilt auf der Rheinkiebrücke ebenso wie auf der Theodor-Heuss-Brücke auch noch unter anderen Umständen.

Ohne komplizierte Ausnahme

Jeweils zwischen 22 und 6 Uhr werden die sonst zulässigen 80 km/h entsprechend abgesenkt. Die dazugehörigen Schilder sind allerdings so dezent gehalten, dass auch Menschen, die dies als Stammstrecke bezeichnen, sie erst nach langer Zeit entdecken. Oder nach dem ersten Kontakt mit den mobilen Blitzeinheiten. Sinn und Zweck dieser Ausnahme ist neben dem Lärmschutz die Verkehrssicherheit. Beide Brücken galten lange als Unfallschwerpunkte.

Nur auf einer Brücke ist alles wie immer und ohne komplizierte Ausnahme – noch. Auf der Oberkasseler Brücke dürfen Autofahrer mit bis zu 60 km/h unterwegs sein. Sollten aber die Pläne für einen Radweg am Rande der Fahrbahn umgesetzt werden, wären maximal zulässige 50 km/h die nächste Neuerung auf Düsseldorfs Brücken.

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