Furcht vor noch mehr Lärm

Für den geplanten Rhein-Ruhr-Express (RRX) werden in Eller, Lierenfeld und im Düsseldorfer Süden umfangreiche Baumaßnahmen nötig. Auf einer Informationsveranstaltung, zu der die CDU geladen hatte, stellte der Projektleiter der Deutschen Bahn, Michael Kolle, die aktuellen Planungen vor. So soll zwischen Reisholz und dem Hauptbahnhof ein zusätzliches Gleis entstehen, da die bisherigen Kapazitäten für den Betrieb des RRX nicht ausreichen würden. Die Bürger, die zahlreich zur Veranstaltung in die Aula an der Bernburger Straße gekommen waren, äußerten vor allem ihre Sorge über eine erhöhte Lärmbelastung durch ein zusätzliches Gleis. „Wir werden dafür Sorge tragen, dass die Strecke moderne Schallschutzmaßnahmen erhält, die letztlich dazu führen werden, dass die Lärmemission nicht steigt, sondern sinkt“, sagte Michael Kolle.

Möglich machen soll das eine etwa vier Meter hohe durchgängige Schallschutzwand im Bereich Eller und Lierenfeld, die den entstehenden Lärm durch vorbeifahrende Züge absorbiert. Bereits jetzt liegt die Lärmbelastung deutlich über den Grenzwerten. Da bestehende Strecken aber von den seit kurzem bestehenden strengeren Lärmschutzauflagen ausgenommen sind, ist die Bahn erst mit dem Gleisneubau für den RRX gesetzlich verpflichtet neue Schallschutzwände und andere Maßnahmen zu errichten. Kolle rechnet mit einem Baubeginn aber nicht vor 2020. „Derzeit befinden wir uns noch in der Planungsphase, in der die Bürger ihre Anliegen einbringen können. Die Einreichung der Planfeststellungsunterlagen streben wir für Ende diesen Jahres an“, sagt er. Damit die Anwohner so wenig wie möglich vom Gleisbau mitbekommen, sollen zuerst die Schallschutzwände errichtet werden. Dies soll etwa zwei Jahre dauern. Unter den Bürgern äußerte sich Unmut wegen der Beeinträchtigungen durch Baulärm und Baufahrzeuge. So wird im Bereich Seeheimerstraße eine Baustraße nötig werden, Stellplätze am Park und Ride Parklplatz in Eller würden wegfallen und einige Gartenhäuser auf Privatgrundstücken müssten abgerissen werden. Für die Beeinträchtigungen auf privatem Grundstück wird die Bahn eine Entschädigung zahlen. Der Kirmesplatz in Eller soll als Lagerplatz für Baumaterialien fungieren. Der Bau an sich erfolge laut Kolle Großteils auf dem Gelände der Bahn, nur an wenigen Stellen sei der Erwerb von zusätzlichen Grundstücken nötig, Häuser müssten nicht abgerissen werden.

Das Lärmschutzkonzept soll, so Kolle, soll auch den Einbau von Schallschutzfenstern beinhalten,, deren Kosten je nach Lärmbelastung, komplett von der Deutschen Bahn getragen werden. Wer Anspruch auf solche Leistungen hat, wird unter anderem anhand eines Schallgutachtens ermittelt, welches im April oder Mai vorliegen soll. Auf dieser Grundlage werden die Pläne, wenn nötig, nochmals überarbeitet. Bürger können noch bis Ende des Jahres Anregen in die Planungen mit einfließen lassen, dann wird der Planfeststellungsantrag beim Eisenbahnbundesamt eingereicht, welches diesen dann prüft. Von Seiten der Politik wurde auf der Veranstaltung nochmals die Wichtigkeit des Projekts für Düsseldorf hervorgehoben. „Düsseldorf hat extrem viele Pendler, dieses Projekt wird die bestehenden Verkehrsmittel entlasten“, meint der Bundestagsabgeordnete Thomas Jarzombek (CDU), der zusammen mit seinem Düsseldorfer Kollegen Andreas Rimkus (SPD) im Verkehrsausschuss sitzt.