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Fünf Tote bei Unfällen mit Düsseldorfer Straßenbahnen

09.02.2010 | 11:38 Uhr
Fünf Tote bei Unfällen mit Düsseldorfer Straßenbahnen

Düsseldorf. Die Zahlen sind alarmierend: 2009 starben in Düsseldorf fünf Menschen bei Unfällen mit Straßenbahnen, 135 wurden verletzt. Jeder dritte Unfall mit Straßenbahnen passiert, weil Autofahrer vorschriftswidirg wenden oder abbiegen - besonders solche, die sich in Düsseldorf nicht auskennen.

Im vergangenen Jahr starben in der Landeshauptstadt fünf Menschen bei Unfällen mit Straßenbahnen. Darüber hinaus weist die Statistik 135 Verletzte bei Unfällen mit Schienenfahrzeugen der Rheinbahn aus. Das sind fast 37 Prozent mehr Verunglückte in den letzten drei Jahren!

Unter den Toten waren 2009 ein Autofahrer, ein Fußgänger und ein Radfahrer, die einen Zusammenstoß nicht mehr vermeiden konnten sowie zwei Fahrgäste, die beim Ein- und Aussteigen stürzten. In Düsseldorf ereignen sich NRW-weit die meisten Straßenbahn-Unfälle.

Navigationsgeräte machen gefährliche Ansagen

Die Polizei hat diese besorgniserregende Entwicklung zum Anlass genommen, nach den Ursachen zu forschen. Bei den Kollisionen zwischen Autos und Schienenfahrzeugen sind die schnell ausgemacht. Jeder dritte Unfall passiert, weil Autofahrer vorschriftswidrig abbiegen oder wenden. An über 50 Prozent der Kollisionen waren Nicht-Düsseldorfer Autofahrer beteiligt, die hier mit den Gefahren auf den Straßen weniger vertraut sind.

Tückisch: Viele Autofahrer verlassen sich blind auf die Navi-Geräte und biegen auf Aufforderung selbst dann ab, wenn sie es nicht dürfen. Dass es dabei zu Unfällen mit Straßenbahnen kommt, „ist kein Einzelfall”, gibt Martin Vonstein, Leiter der Verkehrsdirektion im Polizeipräsidium zu bedenken.

Kritik an unachtsamen Radfahrern und Fußgängern

Vonstein rügte die „Unachtsamkeit” und das „mangelnde Gefahrenbewusstsein” vieler Radfahrer und Fußgänger, die die Gleise queren. „Man muss wissen, dass eine Straßenbahn einen dreifach längeren Bremsweg als ein Auto hat.”

Die Polizei setzt auf Aufklärung und will in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit der Kampagne „Achtung Fußgänger” bei den Verkehrsteilnehmern für mehr Sensibilität beim Thema Straßenbahn-Unfälle werben.

Polizeipräsident Herbert Schenkelberg zog auch ein positive Bilanz aus dem Verkehrsbericht 2009. Die Zahl der verletzten Kinder sank um sieben Prozent auf 332, die der schwerverletzten Verkehrsteilnehmer (314) um über 16 Prozent, die der verunglückten Fußgänger (445) um 15 Prozent „Der Rückgang ist beachtlich”, so Schenkelberg. Er sieht das als Ansporn, am Sicherheitskonzept für die Fußgänger festzuhalten und Rotlicht-Verstöße stärker zu ahnden.

So wenige Verunglückte und Schwerverletzte wie nie

Insgesamt kamen im letzten Jahr 14 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Die Zahl der Verunglückten (2822) und der Schwerverletzten (314) ist die niedrigste seit der Registrierung der Unfälle im Jahre 1955. Ein Grund dafür mag auch sein, dass der Verkehr hier langsamer rollt. Vonstein: „Die vielen Baustellen in der Stadt könnten dazu beigetragen haben, dass wir weniger schwere Unfälle haben.”

Michael Mücke

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