Früherer Mitarbeiter der Stadt soll Tresor geleert haben

Vor leerer Anklagebank hat das Amtsgericht gestern mit schriftlichem Strafbefehl eine Bewährungsstrafe von zehn Monaten gegen einen städtischen Mitarbeiter des Ausländeramts verhängt. Dem 40-Jährigen wird angelastet, Ende 2012 innerhalb mehrerer Wochen acht Mal mit einem speziellen Transponder und einem Zugangscode einen Tresorraum der Stadtverwaltung betreten und von dort dann illegal fast 6700 Euro mitgenommen zu haben. Die Anklage lautet auf Diebstahl in besonders schwerem Fall. Darüber wollte das Amtsgericht gestern öffentlich verhandeln, doch der Angeklagte ließ sich entschuldigen. Kurzfristig ließ er die Richterin wissen, er sei krank. Ein Attest liegt dem Gericht bisher noch nicht vor, ob der Mann daher als „ausreichend entschuldigt“ gilt, muss noch geprüft werden. Auf Antrag des Staatsanwalts erließ die Richterin aber bereits eine schriftliche Verurteilung, die dem Mann per Post zugeht. Dagegen kann er noch Einspruch einlegen – und damit einen neuen Prozesstermin erzwingen.

Laut Anklage soll der 40-Jährige aus dem Tresor des städtischen Dienstleistungszentrums unerlaubt Beträge zwischen 503 und 956 Euro entnommen haben. Im Vorfeld der Verhandlung soll er diese Vorwürfe energisch bestritten haben.