Frischer Wind beim Rundgang der Kunstakademie
02.02.2010 | 10:19 Uhr 2010-02-02T10:19:00+0100
Düsseldorf. „Die jungen Künstler sollen die Freiheit der Akademie nutzen und sich während des Studiums nicht den Regeln des Marktes anpassen.” Mit diesem eindringlichen Appel eröffnete am Montagabend Tony Cragg, neuer Rekor der Kunstakademie Düsseldorf, den traditionellen Akademie-Rundgang.
Sachlich, locker, sympathisch. So erschien der Tony Cragg, der neue Rektor der Kunstakademie Düsseldorf, bei seiner Rede zur Eröffnung des Akademierundgangs, in der er besonders seinen Pro-Rektoren und der Kanzlerin dankte. Ohne Krawatte, mit legerem Anzug und offenem Hemd. Ohne Pomp, ohne eitle Posen, die sein Vorgänger so gerne kultivierte. Ein neuer Wind weht in den Gängen der Akademie, das spürt jeder. So standen Studenten und Interessierte Schlange, um einen Stehplatz in der überfüllten Aula zu ergattern.
Bei freiem Eintritt
Craggs Auftritte vermitteln eine neue Bescheidenheit. Zum Thema Wert: „Keiner weiß, wie es morgen aussieht.” Diese Unsicherheit im Kunstmarkt habe es immer gegeben, sagt der Brite und verweist auf die Tradition der Akademie, die seit 200 Jahren bestehe: „Sie und die Künstler gab es lange, bevor Museen gegründet wurden.” In den letzten 20 Jahren habe der Einfluss der Kunst auf Gesellschaft und Wirtschaft zugenommen. 2009 kamen 30 000 Besucher zum Rundgang, der auch in diesem Jahr bis Sonntag läuft, bei freiem Eintritt. „Auch die Studenten sollen die Werke ihrer Kollegen kennelernen und sich austauschen.”
Ein erster Blick beweist: Nicht nur Fotografie und Videokunst haben sich entwickelt, sondern Maler, überwiegend gegenständlich, manchmal gar erotisch, sind auf dem Vormarsch. In Craggs eigener Klasse dominieren bereits ausgereifte Modelle aus Holz und Metallstäben. Sehenswert!
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