Frauen im Internet bedroht

In einer Berufungsverhandlung hat ein Mann gestern vergeblich versucht, sich gegen ein Urteil des Amtsgerichts zu wehren: Wegen Bedrohung von Frauen über soziale Netzwerke im Internet bestätigte das Landgericht eine Geldstrafe von 500 Euro gegen den 29-jährigen Ex-Flugbegleiter.

Er hatte geleugnet, je einer seiner Bekanntschaften gedroht zu haben, doch das Gericht glaubte den Opfern. Mehr noch: „So etwas machen 15-Jährige, aber doch kein erwachsener Mann“, musste sich der Angeklagte von den Richtern sagen lassen.

Empört, eifersüchtig und aggressiv hatte der Angeklagte nach Überzeugung der Richter eine 24-jährige Internet-Bekannte mit Mails bombardiert, als sie mal auf seine Kontaktanfrage nicht reagierte – obwohl er die Frau nie zuvor gesehen hatte. Auch deren Schwester (22) musste sich laut Urteil seiner Zudringlichkeiten erwehren.

Zuletzt war der Angeklagte sogar so weit gegangen, den Schwestern zu drohen, er werde mit Club-Kumpels von der Rocker-Bande Hells Angels vorbeikommen. Der Präsident seines Chapters habe ein Kopfgeld auf eine der Schwestern ausgesetzt. Höhnisch schloss die Mail mit der Frage: „Hast du schon Angst bekommen?“

Das Internet als Tatort für solche Straftaten zu missbrauchen, wies der Angeklagte empört zurück. Und als eine der jungen Frauen mit ihrem Handy vor Gericht einen Auszug der Drohtexte vorlegt, behauptete der Angeklagte, sie habe das alles gefälscht. Für die Berufungskammer gab es aber keine Zweifel, dass der 29-Jährige aus Eifersucht die Frauen in Angst und Schrecken versetzt hatte. Das Gericht nannte jedoch schon die Vorstellung „völlig unrealistisch“, wonach sich der Präsident einer Rocker-Gruppe eigenhändig „um den Liebeskummer seiner Mitglieder kümmern“ würde.