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Prozess

Frau erwürgt - ein Labrador und andere Tatverdächtige

02.02.2012 | 15:51 Uhr
Frau erwürgt - ein Labrador und andere Tatverdächtige

Düsseldorf.Eine Frau ist tot, erwürgt. Ihr Mann hat sie oft geschlagen. Ist er ihr Mörder? Oder gibt es mögliche andere Täter? Um diese Frage dreht sich der Prozess gegen Michael V. (50) vor dem Landgericht Düsseldorf. Die Verteidiger versuchen mit zahlreichen, teils bizarren Beweisanträgen, Zweifel an der Schuld des Angeklagten zu wecken.

Christiane V. (44) lag am 11. November 2010 tot im Bad. Ihr Ehemanns sagt, sie sei dort in der Nacht betrunken eingeschlafen. Er habe sie nicht stören wollen, erst am nächsten Tag gegen 16 Uhr ihren Tod bemerkt. Staatsanwältin Britta Schreiber glaubt, dass er sie im Streit erwürgte. In einem ersten Prozess kam das Gericht zu derselben Auffassung, verurteilte ihn zu acht Jahren wegen Totschlags.

Aber der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf. Unter anderem habe das Gericht nicht genug begründet, warum es Beweisanträge der Verteidiger ablehnte. Die stellen diese und weitere Anträge jetzt wieder.

Das meiste Aufsehen erregte die These, Tammy, der 35 Kilo schwere Labrador des Paares, könne schuld am Tod seines Frauchens sein . Es komme doch vor, dass Labradore versehentlich ihre Welpen erdrücken. Eine Pathologin schloss den Hund als Täter aber aus.

Begrabene Leiche exhumieren

Die Verteidiger beantragten auch, die Wohnung von Christiane V.s Ex-Mann und ihrem Sohn (14) zu durchsuchen und deren Alibi zu erfragen. Auch die Grundstücksbesitzerin, mit der der Angeklagte prozessiert, soll überprüft werden.

Dann soll eine Tür der Wohnung auf DNA-Spuren untersucht werden – die einer dritten Person, des möglichen Mörders. Auch am Hals der Toten solle man noch einmal fremde DNA suchen.

Der Vorsitzende Richter Rainer Drees ließ sein Erstaunen durchblicken. Ob sie tatsächlich jetzt an der Tür nach Spuren vom November 2010 suchen sollten? Eine seitdem begrabene Leiche exhumieren, um an ihr fremde DNA zu finden? Die Staatsanwältin zeigte ihre Skepsis deutlich: „Die ist doch jetzt skelettiert!“

Verteidiger Jan Schäfer blieb dabei. Er brachte auch Tammy wieder ins Spiel. Ein Experte solle bestätigen, dass der Hund nicht bellt, wenn Fremde die Wohnung betreten. Somit könne – obwohl der Hund ruhig blieb – ein Dritter in der Wohnung gewesen sein, als Christiane V. starb. Am Montag geht der Prozess weiter.

Katharina Rüth

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