Frankreichkrimi mit Fröstelfaktor

Gänsehaut? Ein Zustand, der in den vergangenen Tagen ob der Hitze rar geworden ist. Einen Fröstelfaktor der anderen Sorte gibt es aber für jene, die als Urlaubslektüre „Janusmond“ von der Düsseldorfer Autorin Mia Winter zur Hand nehmen. Passend zu dem in schwarz eingefärbten Einband des über 400 Seiten dicken Romans, ist der Inhalt düster, spannend und mit unheimlichen, wenn nicht gar wahnsinnigen Protagonisten gespickt.

Allen voran ist da Leon Bernberg, der in der Hitze Südfrankreichs nach seiner mehr als zehn Jahren verschollenen und geheimnisumwobenen Schwester Lune sucht. Ein Polizist und Gestalten der Unterwelt kreuzen dabei seinen Weg. Wer ist gut? Wer ist böse? Wer möchte was von wem?

Mia Winter konstruiert eine spannende Geschichte mit vielen Einblicken in die Abgründe menschlicher Seelen. Fundiertes Wissen legt die Düsseldorferin dabei an den Tag. „Ich spreche vorher mit vielen. Und ich lese sehr viel über Psychologie, über Verbrechensanalyse“, sagt Mia Winter.

Auch die Örtlichkeiten, an denen der Krimi spielt, kennt sie gut. Vor 20 Jahren studierte sie dort. „Die Stadt Toulouse und die Menschen, die mir dort begegneten, haben mich zu meinen erstem Versuch inspiriert ein Buch zu schreiben“, sagt Winter. Damals war niemand von der Idee angetan. Das Manuskript landete in der Schublade. Nun, zwei Jahrzehnte später, hat sie ihr „Erstlingswerk“ als inzwischen bekannte Schriftstellerin überarbeitet und „Janusmond“ herausgebracht.

Wie bei allen ihren Büchern denkt sie sich auch darin mit einer enormen Intensität in die Köpfe der Protagonisten. „Wenn ich anfange zu schreiben, gibt es eine magische Seite 30, bis dahin muss einer meiner Protagonisten irgendetwas tun, was ich nicht vorhergesehen habe“, sagt sie. Ist der Punkt überwunden, schreibe sie ihren Hauptfiguren hinterher. Winter: „Und hin und wieder bleiben sie stehen, drehen sich zu mir um, und erzählen mir etwas über sich.“ Zwei bis fünf Seiten schreibt sie am Tag. In aller Herrgottsfrühe, von halb sechs bis halb acht – „vor meinem Brotjob“.

So dunkel die Abgründe bei Janusmond oder anderen Büchern auch sind, schreiben tut sie an einem wunderschönen Schreibtisch, um sich herum die Wände mit dem Plot, Geschichten und Zetteln.