Forte-Partnerschule in Nepal muss neu errichtet werden

Das gewaltige Erdbeben am 25. April hat Tausende Menschen in Nepal das Leben gekostet. Und es hat das Schulsystem des Landes völlig aus den Fugen gebracht. Zu den schwerbeschädigten Schulen gehört auch die Bright Future School in der Hauptstadt Kathmandu, eine Partnerschule der Dieter-Forte-Gesamtschule in Eller.

„Die Ingenieure kamen und sagten, dass alle Wände komplett abgetragen und neu errichtet werden müssen“, sagt Schul-Mitgründer Mohan Karki. „Wir arbeiten Tag und Nacht, um das Gebäude zu reparieren.“

Eigentlich sollte der Unterricht Mitte Mai wieder beginnen. Doch zu diesem Zeitpunkt waren viele Menschen in Nepal – also auch Lehrer und Schüler – noch damit beschäftigt, Trümmer zu beseitigen, Notunterkünfte zu bauen und Nahrungsmittel zu transportieren. Nächster geplanter Unterrichtsbeginn war gestern – direkt vor dem heutigen internationalen Kindertag. Doch nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef haben weiterhin etwa eine Million Kinder in Nepal kein Schulhaus mehr. 24 000 Klassenzimmer wurden demnach zerstört.

Unterricht als Ablenkung

Karki weiß, dass der geregelte Ablauf eines Schultages den etwa 1200 Kindern in seiner Schule den Alltag erleichtern wird. „Wenn sie mit Unterrichtsaufgaben beschäftigt sind, hilft das ihnen, die traumatischen Erfahrungen zu überwinden“, sagt er.

Mattias Bryneson von der Hilfsorganisation Plan International befürchtet sogar noch Schlimmeres. „Wenn Kinder nicht in der Schule sind, ist das Risiko höher, dass sie für Arbeit ausgebeutet oder verschleppt werden“, erklärt er. „Deswegen ist es so essenziell, temporäre Schulen zu schaffen und ihnen eine sichere Umgebung zu bieten, wo sie sich geborgen fühlen.“

Seit 2009 ist die Bright Future School Partnerschule der Dieter-Forte-Gesamtschule in Eller, die den Bau in Nepal mit Spenden unterstützt hat. In den Osterferien hatte Schulleiterin Margret Rössler die Partnerschule noch besucht, um einen Austausch im September zu planen. Ob es dazu kommt oder ob der Termin verschoben wird, ist noch unklar. An der Gesamtschule in Eller gibt es auch eine Nepal-AG, die regelmäßig Spendenläufe organisiert. Einige Lehrer haben zudem Partnerschaften für Kinder übernommen, um sie vor Kinderarbeit und Hunger zu bewahren.