Flughafen: Spritztouren mit den Autos der Kunden

Die modellhafte Nachbildung der Justitia.
Die modellhafte Nachbildung der Justitia.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Gleich mehrfach sollen Mitarbeiter von einem Park-Service am Düsseldorfer Airport heimliche Spritztouren mit Kundenautos gedreht haben. Der Chef steht jetzt vor Gericht.

Düsseldorf..  Als Betrüger angeklagt wird jetzt der 45-jährige Chef einer Autopark-Firma am Airport. Das Amtsgericht hatte ihn schriftlich zur Zahlung von 42 000 Euro verurteilt, weil unter seiner Regie das angeblich sicher geparkte Auto eines Tunesien-Urlaubers Mitte 2012 illegal zu einer Spritztour verwendet, in einen Unfall verwickelt und dann stümperhaft repariert worden sein soll. Weil der damalige Firmen-Chef die Geldstrafe nicht zahlen will, kommt es am Mittwoch (13.5., 11 Uhr, Saal 1.108) zum Prozess.

Wagen eines Urlaubers völlig zerstört

Gleich mehrfach sollen Mitarbeiter von diesem Park-Service heimliche Spritztouren mit Kundenautos gedreht haben. Mal ging es nur darum, Brötchen zu holen, ein anderer Kunde fand bei seiner Heimkehr 2000 Kilometer mehr auf seinem Tacho – und in einem Fall wurde der Wagen eines Urlaubers angeblich sogar völlig zerstört. Der Geschäftsführer musste dafür aber freigesprochen werden, weil ihm nicht nachzuweisen war, dass er von Ausflügen der Mitarbeiter etwas wusste. Im aktuellen Fall hofft die Staatsanwaltschaft jedoch auf einen Schuldspruch. Diesmal geht es um einen grauen Ford Focus, den ein Urlauber gutgläubig bei der Park-Firma abgeliefert hatte. Als er aus Tunesien zurückkam, war sein Auto auf der Fahrerseite angeblich verzogen, nur laienhaft überlackiert und so dem Kunden ausgehändigt worden.

Der Angeklagte soll ihm erklärt haben, dass die Lackierung seines Wagens bloß ein „Versehen“ gewesen sei. Ein anderer Kunde habe sein baugleiches Auto beim Einparken im Parkhaus selbst beschädigt und die Firma vor seinem Abflug um die Reparatur gebeten. Doch laut Anklage hatte ein Park-Mitarbeiter bei einem illegalen Ausflug mit diesem Ford des Tunesien-Touristen einen Unfall gebaut mit einem Sachschaden von 6000 Euro. Um das vor dem Tunesien-Touristen zu vertuschen, habe der Angeklagte heimlich dessen Ford reparieren und überlackieren lassen.