„Fixer-Busse“ stehen auf der Wunschliste der Drogenhilfe

19 Menschen sind nach Angaben der Düsseldorfer Drogenhilfe im vergangenen Jahr an den Folgen ihrer Sucht gestorben. Das teilte der Verein auf Anfrage mit. Gegenüber 2013 sind das vier Männer und Frauen mehr. Im Fünfjahresvergleich allerdings sind es deutlich weniger. 2009 waren 42 Menschen in Düsseldorf illegalen Drogen oder aber den Folgen der Sucht zum Opfer gefallen.

„Anders als die Polizei zählen wir zu den Drogentoten auch Menschen, die an Krankheiten sterben, die mit ihrer jahrelangen Abhängigkeit in unmittelbarem Zusammenhang stehen oder die sich aus Verzweiflung über ihre Sucht das Leben nehmen“, sagt Jutta Eisenhauer.

Experten gehen von 3000 bis 4000 Abhängigen in der Landeshauptstadt aus. Nach Einschätzung von Jutta Eisenhauer dominieren in Düsseldorf nach wie vor die klassischen Drogen wie Heroin, Kokain und Amphetamine.

Klassische Drogen dominieren

„Typisch für die hiesige Szene ist die Einnahme von Heroin und Kokain, entweder als gemischter Cocktail oder unmittelbar nacheinander“, sagt die Expertin. Dagegen spielten „Crack“ und das besonders zerstörerische „Crystal Meth“ bislang eine eher untergeordnete Rolle.

Auffällig: Das Alter der Drogentoten steigt. Lag es 2012 noch bei 39 Jahren stieg es 2014 auf 45 Jahre an. Das ist kein Zufall, glaubt Eisenhauer. Wohngemeinschaften, Drogenkonsumraum, verbesserte medizinische Versorgung – all das trage zu einer erhöhten Lebenserwartung sowie im mittelfristigen Vergleich zur Reduzierung der Zahl der Todesfälle bei.

Nicht zulässig sei dagegen der Schluss, in der jungen Generation sei die Verbreitung lebensgefährlicher Drogen zurückgegangen.

„Dafür habe ich keine Anhaltspunkte“, sagt die Sozialpädagogin, die seit vielen Jahren in der Drogenberatung arbeitet und die Liste der an ihrem Konsum Verstorbenen für die verschiedenen Düsseldorfer Beratungsstellen koordiniert.

Für die Zukunft wünscht sich Jutta Eisenhauer zusätzlich zum vorhandenen Drogenkonsumraum einen mobilen Einsatzwagen, der den Abhängigen beispielsweise auch nachts einen Konsum jenseits von Parks, Toiletten oder anderen ungeeigneten Orten ermöglicht. „Solche so genannten ,Fixer-Busse’ gibt es bereits in Berlin und Hamburg“, sagt die Beraterin.