Fiftyfifty-Verkäufer wegen Bier an Haltestelle vor Gericht

Vor dem Landgericht wird am Montag der Fall eines Fiftyfifty-Verkäufers verhandelt.
Vor dem Landgericht wird am Montag der Fall eines Fiftyfifty-Verkäufers verhandelt.
Foto: dpa
Weil er angeblich gegen die Straßenordnung verstoßen hat, ist ein Fiftyfifty-Verkäufer vom OSD angehalten worden. Fiftyfifty wittert Schikane.

Einmal ist er bereits verurteilt worden, jetzt geht er in Berufung: Fiftyfifty-Verkäufer Jörg Hilden wirft dem Düsseldorfer Ordnungs- und Sicherheitsdienst (OSD) vor, ihn im vergangenen September brutal und ungerecht behandelt zu haben. Der Fall wird am Montag, 15. Juni, um 11 Uhr im Landgericht verhandelt.

Vor einem Kiosk in der Nähe des Hauptbahnhofs kam es damals zu einer Auseinandersetzung zwischen Hilden und OSD-Mitarbeitern. Hilden hatte den Laden nach Angaben von Fiftyfifty mit einer geöffneten Flasche Bier verlassen, woraufhin man ihm einen Verstoß gegen die Straßenordnung vorwarf (Biertrinken an einer Haltestelle). Hilden habe das Bier ausgegossen und beiseite gestellt. Dennoch haben die OSD-Mitarbeiter seine Personalien aufnehmen wollen. Laut OSD sei Hilden darauf aggressiv geworden, was der Fiftyfifty-Verkäufer wiederum dem OSD vorwirft.

Fiftyfifty fordert Rat zum Handeln auf

Streetworker Oliver Ongaro glaubt an Schikane: „Jörg wäre überhaupt nicht vom OSD aufgehalten worden, wenn er nicht offensichtlich arm aussähe. Einem Anzugträger wäre das nicht passiert.“ Fiftyfifty fordert die neue Ratsmehrheit auf, die Düsseldorfer Straßensatzung zu ändern, der die Maßnahmen des OSD zu Grunde liegen. Der Paragraph 6 müsse gestrichen werden.