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„Fifa 11“ - der Fußball-Weltmeister kommt aus Monheim

30.12.2011 | 09:00 Uhr
„Fifa 11“ - der Fußball-Weltmeister kommt aus Monheim
Darf sich Fußball-Weltmeister nennen: Kai Wollin alias deto ist der aktuelle „Fifa 11“-Titelträger. (Foto: privat)

Monheim.  Kai Wollin aus Monheim bei Düsseldorf schaffte das, wovon Jogis Jungs noch träumen: Er ist Fußball-Weltmeister – am PC. Bei den „World Cyber Games“ in Südkorea holte der 23-Jährige vor Kurzem den Titel.

Jogis Jungs träumen noch. Vom ganz großen Triumph auf dem grünen Rasen. Bei der Fußball-Europameisterschaft im kommenden Jahr in Polen und der Ukraine peilt das Team von Bundestrainer Joachim Löw den Titelgewinn an. Und 2014 in Brasilien der WM-Titel, der wäre auch nicht schlecht. Träumen muss Kai Wollin nicht mehr.

Der Monheimer hat seinen ganz persönlichen Fußball-Triumph schon in der Realität erleben dürfen. Wenn auch in der virtuellen Welt. Bei den „World Cyber Games“ im südkoreanischen Busan wurde der 23-Jährige Fußball-Weltmeister. Mit dem Spiel „FIFA 11“, am PC.

„Wahnsinn war das“, befindet Wollin, der unter dem Pseudonym deto bei Wettbewerben antritt. Der Auszubildende zum Groß- und Außenhandelskaufmann bezwang nach Gruppenspielen und einer K.o.-Phase im Play-off-Modus im Finale den Polen Bartosz Pietka mit 4:1 und 3:0.

Goldmedaille und 10.000 US-Dollar für den „Fifa 11“-Titel

Der Lohn fiel im Vergleich zu den Prämien „realen“ DFB-Kickern eher „dürftig“ aus, war für Wollin dennoch üppig: Neben einer Goldmedaille wanderten 10 000 US-Dollar auf das Konto des Weltmeisters. Da der noch bei seinen Eltern lebt, soll das Geld für die Einrichtung einer eigenen Wohnung herhalten. „Dann schaue ich mal, was noch so übrig bleibt“, so Wollin.

Zur WM-Form am PC brachte es der Monheimer auf klassischem Wege: „Anfangs habe ich ganz normal mit ein paar Freunden gezockt. Irgendwann habe ich dann immer gewonnen und so ging es Schritt für Schritt weiter.“

Der BVB ist virtuell zu schlecht

Anmeldungen in Online-Ligen und bundesweite Vergleiche folgten. Bei einer Computerspiel-Messe Gamescom im August in Köln qualifizierte sich Wollin schließlich im Vergleich der 16 besten deutschen Spieler als einer von drei Akteuren für die WM, bekam von der deutschen Vertretung der World Cyber Games Flug sowie Hotel nach Südkorea gestellt.

Täglich eine Stunde spiele er, sagt Wollin. Und was macht den Reiz der Fußball-Simulation aus? „Ich kann mit den Vereinen spielen, die ich im Fernsehen sehe. Kann Spielzüge nachahmen oder mir eigene ausdenken“, schwärmt der Titelträger. Der muss am PC auf seinen Lieblingsverein Borussia Dortmund verzichten und mit Real Madrid auflaufen: „Dortmund ist in der Realität Deutscher Meister, virtuell aber zu schlecht.“

Ein Traum bleibt dann aber doch noch. „Ich will den Weltmeister-Titel verteidigen. Das hat noch keiner geschafft.“ Es träumen also doch nicht nur Jogis Jungs.

Oliver Schaal



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