Fiere statt friere!
15.02.2010 | 20:33 Uhr 2010-02-15T20:33:00+0100
Monheim. In Monheim feierten 50 000 Narren und Närrinnen mit bunten Wagen und Kostümen. Bürgermeister Daniel Zimmermann lief als I-Dötzchen mit.
Wie kälteresistent ist mein Karnevalskostüm? Diese entscheidende Frage mussten sie sich alle stellen: die Hühner, die Hexen, die Clowns, die Vampire, die Piraten und die Zahnpastatuben auf zwei Beinen – einfach alle 50 000 Narren, die gestern in Monheim beim Rosenmontagszug Spalier standen.
14.30 Uhr – Vorfreude auf den Zoch. In einigen Einfahrten steigen Grillpartys, Stimmungsmusik tönt aus unzähligen Anlagen. Wenn nur diese verdammte Kälte nicht wäre. Glühwein steht neben Kölsch und Alt auf einigen Getränketafeln. Doch vielen Feiernden ist schon warm. Etwa den Jugendlichen mit der Flasche Vodka in der Trainingshose. Promille statt Polyester – einige gehen diesen Weg konsequent.
Andere haben sich einfach ein vorteilhaftes Kostüm besorgt. So wie Helene (53), die als Bär unterwegs ist. „Dat ist schön warm”, sagt die Möhne. Christian hat ebenfalls die Variante „Fell” gewählt. Nur: Der Stoff bedeckt den 23-Jährigen lediglich am Rücken. Axt und Schild tragend trotzt er mit freiem Oberkörper den Temperaturen. Wie ein echter Krieger halt. Sein Rezept: „In Bewegung bleiben und trinken.”
15.15 Uhr – der Zoch ist los, Kamelle fliegen. Nach Schokoriegeln bücken ist eine gute Gymnastik und sorgt dafür, dass wieder etwas mehr Blut durch die Hände gepumpt wird. Taschentücher werden heute ausnahmsweise auch aufgesammelt – für die Erkältung an Aschermittwoch.
In Erinnerung bleibt der Wagen der jungen Partei „Peto”. Die bevölkern ihr rollendes Rathaus als Schulkinder. Motto: „Nu send de Pänz an de Macht – jo dann jute Nacht”. Bürgermeister Daniel Zimmermann folgt dem Wagen zu Fuß als I-Dötzchen mit aufgeschultertem Tornister.
Die Fußtruppe des St. Josef-Krankenhauses marschiert derweil als Sau-Bande mit. Passend zur Schweinegrippe. Nächster Stimmungsmacher: Der Schneewittchen-Wagen des „Freundeskreis Boomberger Jecke”. Im Glassarg ruht eine sehr maskuline Schönheit, während deutlich mehr als sieben Zwerge Kamelle unters Volk bringen. Weiter hinten trotzt „Kis-Monnem” im Hippie-VW-Bus der Wirtschaftskrise. Der jecke Slogan: „Gute Laune kann man eh nicht kaufen.”
16.30 Uhr – die ersten Zehen tauen wieder auf. Sei es daheim, im Bus oder in der nächsten Altstadt-Kneipe bei der Polonäse. Monnem hat der Kälte getrotzt. Die lachenden Gesichter bleiben eingefroren.
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