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Notfall-Versorgung

Feuerwehr Düsseldorf fordert Druckkammer

27.07.2010 | 17:42 Uhr
Feuerwehr Düsseldorf fordert Druckkammer
Vorigen Freitag musste ein Patient nach Belgien geflogen werden, weil nirgends in NRW eine Druckkammer zur Verfügung stand. Foto: Sergej Lepke / WAZ FotoPool

Düsseldorf.In ganz NRW war vorigen Freitag keine Druckkammer frei. Ein Patient mit Kohlenmonoxid-Vergiftung musste nach Belgien geflogen werden. Für die Einrichtung einer Kammer mit 365-Tage-Betrieb fühlt sich niemand zuständig.

Düsseldorf braucht eine Überdruck-Kammer, die rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr in Betrieb ist. Dies sagt nicht nur das Gesundheitsamt der Stadt, sondern auch der Sprecher der Feuerwehr, Heinz Engels. Es sei schon mehrere Male vorgekommen, dass Patienten, die eine Rauchvergiftung erlitten hatten, nicht in der Sauerstoff-Druckkammer der Uni-Klinik behandelt werden konnten, weil die Kammer besetzt war, gewartet wurde oder aus anderen Gründen nicht zur Verfügung stand.

So musste am 13. Februar ein Bewohner, der bei einem Zimmerbrand an der Bernburger Straße zu viel Rauch eingeatmet hatte, nach Aachen geflogen werden. Noch dramatischer war die Situation am vergangenen Freitag für einen Mann, der in letzter Sekunde aus einer brennenden Wohnung an der Urdenbacher Straße gerettet worden war, aber wegen einer lebensbedrohlichen Kohlenmonoxid-Vergiftung sofort eine Sauerstoff-Therapie benötigte. In ganz NRW war kein Platz in einer Druckkammer frei. Die hier zuständige Station der Uni-Klinik hat gerade Betriebsferien. Der Patient musste nach Belgien ausgeflogen werden.

Bundesweit einmalige Zuständigkeit?

Zwar wünscht sich die Uni-Klinik mehr Kapazitäten, aber für einen 365-Tage-Betrieb müsste das Land einen Versorgungsauftrag erteilen, was bundesweit einmalig wäre. Auf Nachfrage verwies das Gesundheitsministerium an den Wissenschaftsminister. Der sei zuständig. Sei er nicht, hieß es dort. Das sei Sache der Uni-Klinik, schließlich sei sie die Betreiberin. Klinik-Sprecherin Susanne Dopheide regte nun an: „Wir sollten uns mit allen Beteiligten an einen Tisch setzen.“

Die Feuerwehr will eine Lösung: „Wir versorgen 80 bis 100 Rauchgas-Verletzte pro Jahr und hätten gerne eine Druckkammer, die von uns immer angefahren werden kann“, erklärte Engels. „Das wäre sinnvoll“, meinte auch Rathaus-Sprecher Michael Bergmann. „Entscheiden muss aber das Land.“

Michael Mücke

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Kommentare
28.07.2010
13:39
Feuerwehr Düsseldorf fordert Druckkammer
von TrollUser | #9

»einer Druckkammer frei. Die hier zuständige Station der Uni-Klinik hat gerade Betriebsferien.«
Also besser Personal einstellen, statt gleich noch ne Kammer (bei der womöglich das Personal dann zeitglich in den Urlaub geht *g*).

Oder man sollte mal sich nach einer mobilen Druckkammer umsehen. Die Könnte dann Landesweit flexibel eingesetzt werden.

28.07.2010
13:02
Feuerwehr Düsseldorf fordert Druckkammer
von CriticalChris | #8

als freizeittaucher investiert man schon in eine tauchsportversicherung, um im falle eines falles eine druckkammerbehandlung bezahlt zu bekommen und dann gibt es in NRW gar keine? ho ho ho, was für ein scherz.

28.07.2010
12:17
Feuerwehr Düsseldorf fordert Druckkammer
von Plonki | #7

Wenn die CO Pipeline platzt reicht das aber nicht für die Betroffenen Zehntausend Anwohner.

28.07.2010
12:03
Feuerwehr Düsseldorf fordert Druckkammer
von Nervenverloren | #6

Tja, nachdem die Therapien in der Druckkammer zum großen Teil nicht mehr bezahlt werden (Tinitus und chron. Wunden z.B.) haben auch in NRW etliche Druckkammer-Betreiber diese abgebaut.
Beispiel ist Hagen.

28.07.2010
11:26
Feuerwehr Düsseldorf fordert Druckkammer
von Tante Käthe | #5

Für jeden Mist ist Geld da, aber wenn es um das leben der eigenen Bürger geht ist man nicht in der Lage für ausreichendes Equipment zu sorgen. Aber immer einen auf dicke Hose machen.

28.07.2010
11:23
Blockierter Kommentar.
von Egon | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

28.07.2010
11:23
Feuerwehr Düsseldorf fordert Druckkammer
von Egon | #3

Die Sozialdemokraten haben doch im Landtagswahlkampf geäußert, daß sie sich für die Zukunft der ambulanten und stationären Versorgung engagieren werden. Jetzt besteht doch eine gute Gelegenheit für die NRW Ministerpräsidentin und Frau Barbara Steffens (Grüne) als Gesundheitsministerin dies unter Beweis zu stellen und für den dringend benötigten 365 Tage Betrieb einer Druckkammer einen entsprechenden Versorgungsauftrag zu erteilen.

Der 365 Tage Betrieb wird für die Versorgung von bis zu 100 Verletzten pro Jahr benötigt. Und dies hat doch wohl mit der Gesundheit eines Menschen zu tun. Folglich sollte doch die Zuständigkeit beim Gesundheitsministerium liegen.

Doch was geschieht stattdessen. Wieder nur dümmliches Gequatsche von Politikern die sich gegenseitig die Zuständigkeiten zuschieben.

28.07.2010
11:18
Feuerwehr Düsseldorf fordert Druckkammer
von holmark | #2

Rechnet sich eine solche Druckkammer betriebswirtschaftlich? Wenn nicht, braucht die kein Mensch. (Ironie aus)

28.07.2010
11:10
Feuerwehr Düsseldorf fordert Druckkammer
von Erbeck | #1

Über diese Notwendigkeit muss doch wohl nicht diskutiert werden - oder? Traurig genug , dass es überhaupt zum Thema wird oder werden musste !

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