Familie des Opfers klagt Ehemann an
24.08.2012 | 17:12 Uhr 2012-08-24T17:12:00+0200
Düsseldorf. Es war eine Beziehungstag: Der heute 33-Jährige erstach am 10. September 2010 in ihrer Wohnung an der Straße „Im Liefeld“ seine Ehefrau (34). Das hat er zugegeben. Im Prozess geht es um die Frage nach dem Warum. Dazu haben auch die Angehörigen einiges zu sagen: Die Familie der Frau lässt kein gutes Haar an ihm. Und sagt, er habe sie getötet, um seine Entdeckung als Asylbetrüger zu verhindern.
Der Fall wird bereits zum zweiten Mal verhandelt. 2011 war der Ehemann wegen Totschlags zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof verwies den Fall zurück – es muss genauer geprüft werden, ob ein Mord vorliegt.
Der Angeklagte hat erklärt, ihre Ehe sei in die Krise geraten, als er einen Computer anschaffte. Seine Frau habe nur noch vor dem Rechner gesessen, mit anderen Männern gechattet, die Kinder vernachlässigt. Er habe alle Arbeit machen, die Kinder vor Schlägen schützen müssen. Sie habe auch eine Beziehung zu einem anderen Mann gehabt.
Gestern hörte das Gericht die Angehörigen der Ehefrau. Die malten ein anderes Bild. Das Paar habe schon lange gestritten, er habe sie geschlagen. Dennoch habe sie ihn sehr geliebt. Er habe die Familie vernachlässigt, seit er ständig Verwandte in Göttingen besuchte. „Da fingen die Probleme an“, sagte die Mutter. Seine Cousins hätten ihn auch oft besucht, mit ihnen sei er unterwegs gewesen. Sie habe nicht mit anderen Männern gechattet, sondern mit ihrer Familie. Da sie taub war, konnte sie nicht telefonieren.
Zudem sei der Mann ja unter unter falschem Namen aus Mazedonien nach Deutschland gekommen. Die Ehefrau habe ihm im Streit gedroht, das der Polizei zu melden. „Darum hat er sie getötet“, sagte die Mutter. Der Bruder (33) berichtete, seine Schwester habe einen Tag vor ihrem Tod erzählt, dass sie ihrem Mann mit einer Anzeige wegen der falschen Papiere gedroht habe.
Der Angeklagte habe öfter davon gesprochen habe, sie zu töten. Er habe das aber nicht ernst genommen. Der Schwager habe auch eine Freundin gehabt, die in seiner Laube im Schrebergarten lebte.
Der Prozess wird fortgesetzt.
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