Falsche Bettlerinnen gerieten an die Falschen

Besonderes Pech hatten zwei 25-jährige Frauen, die sich als Taubstumme ausgaben und angeblich Spenden für wohltätige Zwecke sammeln wollten. Im Juni 2014 versuchte das Duo ausgerechnet, vier Zivilbeamte der Polizei als Spender zu gewinnen. Doch dabei flog auf, dass sie die körperlichen Gebrechen nur vorgetäuscht hatten. In der nächsten Woche müssen beide dafür wegen Betrugsversuches vors Amtsgericht. Der Prozess ist für den 2. April vorgesehen.

Verblüfft reagierten die Zivilbeamten, als sie an der Rheinuferpromenade gezielt als Spender geworben werden sollten. Beide Frauen, so die Anklage, legten den vier Männern Spendenlisten vor, die bereits etliche Namen und Spendenbeträge auswiesen, und beide Frauen schüttelten bei allen Verständigungsversuchen nur ihre Köpfe, deuteten dabei stumm auf ihre Ohren und Münder. Sämtliche Beträge, die die Frauen in bar einnehmen wollten, sollten laut ihrer Liste dem Bau einer Betreuungsstätte für Taubstumme und Behinderte dienen. Den Polizisten, die an diesem Nachmittag eigentlich nach Taschendieben Ausschau halten wollten, kam das Frauenduo seltsam vor. Als sich die Männer als Polizisten auswiesen und die Personalien der Frauen überprüften, bröckelte dann deren Täuschung: Beide Frauen fingen an, sich während der Kontrolle in einer fremden Sprache zu unterhalten. Auch der angebliche Spendenzweck erwies sich angeblich als Täuschung, die Frauen wollten ihre Geldeinnahmen laut Anklage nämlich nicht für gemeinnützige Zwecke einsetzen, sondern nur für ihren Lebensunterhalt. Eine der beiden ist der Justiz bereits wegen eines Eigentumsdelikts bekannt, die andere hat noch keinerlei Vorstrafen. Zum Prozess vor dem Amtsgericht wurde jetzt auch ein Dolmetscher geladen – allerdings nicht für Gebärdensprache, sondern für die Muttersprache der weder hör- noch sprachbehinderten 25-Jährigen.

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