Falsch beladener Lkw beschädigte drei A-44-Tunnel – immer mehr Betroffene melden sich

Ein zu hoch beladener Sattelzug riss am Samstag in drei A-44-Tunneln Kabel und Deckenverkleidungen herunter. Die Polizei Düsseldorf fahndet nach dem flüchtigen Fahrer des Lastwagens.
Ein zu hoch beladener Sattelzug riss am Samstag in drei A-44-Tunneln Kabel und Deckenverkleidungen herunter. Die Polizei Düsseldorf fahndet nach dem flüchtigen Fahrer des Lastwagens.
Foto: Gerhard Berger
Was wir bereits wissen
In welchem Land ist der Sattelzug zugelassen, mit dem am Samstag ein flüchtiger Fahrer so großen Schaden in drei Tunneln der Autobahn 44 verursachte? Immer mehr geschädigte Autofahrer kontaktieren die Polizei. Bilder einer Überwachungskamera zeigen, warum der Lkw höher als erlaubt beladen war.

Düsseldorf.. Die Autobahnpolizei kämpft auf der Jagd nach dem Fahrer, der mit einem Lastwagen die Decken dreier A-44-Tunnel beschädigte, mit den Buchstaben-/Ziffern-Kombinationen, die Zeugen als Kennzeichen des Lkw gemeldet haben. "Nach diesen Hinweisen kämen mehrere Länder in Frage, in denen der Lastwagen gemeldet sein kann", erklärte Polizeisprecher Marcel Fiebig am Montagmittag. Die Recherche der Ermittler sei entsprechend aufwendig.

Die Überwachungskameras der Tunnelleitzentrale in Duisburg filmten am Samstagmittag zwar die Unfallfahrt des vermutlich in Osteuropa gemeldeten Sattelzuges. Das Nummernschild ist auf den Bildern des Landesbetriebes Straßenbau allerdings nicht zu entziffern. Dafür meldeten sich etliche Zeugen bei zahlreichen Polizeidienststellen.

Maschine auf Lastwagen auf Lastwagen

Die Aufnahmen der Kameras zeigen jedoch, wie das gesuchte Fahrzeug im Düsseldorfer Flughafen-Tunnel und zwei weiteren Autobahntunneln auf dem Weg zum Kreuz Meerbusch so großen Schaden anrichtete: Der Sattelzug transportierte auf seinem Auflieger einen kleineren Lkw. Dieser wiederum war "mit einer Art Kühlaggregat beladen", so Fiebig. Diese Maschine ragte unerlaubt hoch empor – so hoch, dass sie die Kabelleitungen, deren Halterungen und sogar Metallplatten der Tunneldecken losriss.

Wie viele Fahrzeuge durch die herunterhängenden und auf der Fahrbahn liegende Bauteile beschädigt wurden, weiß die Polizei noch immer nicht. Bis Sonntagmittag hatten sich 33 Halter gemeldet, mittlerweile sind es deutlich mehr, wie Polizeisprecher Fiebig sagt: "Bei uns rufen immer noch Zeugen und Geschädigte an."

Damit dürfte sich auch die Schadensummer erhöhen: Am Sonntag schätzte die Polizei sie noch auf 228.000 Euro. (pw)