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Facebook-Eintrag sorgt für fristlose Kündigung

26.08.2011 | 13:37 Uhr
Facebook-Eintrag sorgt für fristlose Kündigung
Eine Frisör-Auszubildende wurde bekam eine fristlose Kündigung von ihrem Arbeitgeber: Sie war krank geschrieben, machte in dieser Zeit Urlaub auf Mallorca und veröffentlichte die Fotos bei Facebook. Foto: dapd

Düsseldorf.   Frisör-Auszubildende Sabrina K. feierte in Düsseldorfs Disco 3001, machte Urlaub auf Mallorca, ließ sich ein Tattoo stechen. Die Fotos von ihrem Vergnügen veröffentlichte sie beiFacebook. Zu dumm, denn zum Zeitpunkt der Reise war sie krankgeschrieben. Der Fall landete vor dem Arbeitsgericht.

Was mit viel Spaß für Sabrina K. begann, endete im Ärger. Die Frisör-Auszubildende war krankgeschrieben, als sie Urlaub auf Mallorca machte. Dort verbrachte sie eine scheinbar fröhliche Zeit, ihre Urlaubsbilder stellt sie auf ihre Facebook-Seite.

Als ihr Arbeitgeber Thomas F. die Fotos sah, schickte er seiner Auszubildenden eine fristlose Kündigung. Damit war die 18-Jährige nicht einverstanden. Am Donnerstag trafen sich Auszubildende und Arbeitgeber vor dem Arbeitsgericht in Düsseldorf.

Fristlose Kündigung

Bei der Arbeit soll die 18-Jährige gemobbt worden sein, daher habe sie ihren Ausbildungsvertrag zum 31. Mail 2011 gekündigt. Bereits Anfang des Jahres hatte Sabrina K. ihren Urlaub für Ende Mai eingereicht, heißt es von Andreas Buschmann, dem Anwalt der Auszubildenden. Mitte April meldete sich Sabrina K. dann krank, trat Ende Mai allerdings den vorher geplanten Urlaub an.

„Meine Mandantin litt an psychosomatischen Symptomen, unter anderem an Neurodermitis, die durch die schlechten Umstände bei der Arbeit hervorgerufen wurde“, sagt Buschmann. Es sei daher gerechtfertigt, dass sie die Zeit während der Krankheit auf Mallorca verbracht hat, „schließlich hat sie sich nicht genesungswidrig verhalten.“ Vor Gericht verlangte Sabrina K. ihren Mai-Lohn von 350 Euro, den sie aufgrund der fristlosen Kündigung nicht erhalten hatte.

Party-Bilder bei Facebook

Ganz anders sieht Arbeitgeber Thomas F. die Lage: Nicht nur der Mallorca-Urlaub war für ihn ein Grund für die fristlose Kündigung. „Ab zum Arzt und dann Kofferpacken“, soll die Auszubildende laut Frank H. Schröder, Anwalt des Arbeitgebers, auf ihrer Facebook-Seite angekündigt haben. „Zudem war sie in der Düsseldorfer Disco 3001 feiern, hat sich während ihrer Arbeitsunfähigkeit ein Tattoo stechen lassen. Das alles ist kein gesundheitsförderndes Verhalten,“ sagt Schröder. „Außerdem machte sie den Eindruck von strahlendem Leben“, kommentiert der Anwalt die Fotos bei Facebook.

Sabrina K. soll nun 150 Euro und ein gutes Zeugnis bekommen. Der Fall zeigt, dass es sehr leichtsinnig ist, unbedacht Dinge bei Facebook zu veröffentlichen. Mittlerweile gibt es sogar Internetseiten, die die kuriosesten Facebook-Patzer sammeln. „Hätte meine Mandantin dies nicht getan, hätte uns das ein Verfahren erspart“, so Buschmann.

Kathrin Klottka

Kommentare
28.08.2011
13:45
Facebook-Eintrag sorgt für fristlose Kündigung
von voltago | #35

Das Gericht soll seinen Senf dazu abgeben?
Frage, gibt es irgendwie Chance auf Bewährung wegen konzentrierter Gehirnerweichung???
Gruß

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2011-08-26 13:37
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