Ex-Partner sagt gegen Achenbach aus

Kunstberater Helge Achenbach vor dem Essener Landgericht.
Kunstberater Helge Achenbach vor dem Essener Landgericht.
Foto: dpa

Im Betrugsprozess gegen den Düsseldorfer Kunstberater Helge Achenbach will das Landgericht Essen heute den Mann vernehmen, dem als erstem Unregelmäßigkeiten in Achenbachs Kunstgeschäften aufgefallen sein sollen. Der ehemalige Leiter der Bielefelder Kunsthalle und Ausstellungskurator Thomas Kellein war Berater bei der inzwischen aufgelösten Kunstberatung der Berenberg-Bank und soll den gesamten Fall Achenbach ins Rollen gebracht haben.

Gemeinsam mit Achenbach und dessen Mitangeklagten Stefan Horsthemke war Kellein seinerzeit bei der „Art Advice GmbH“. Dort soll er Ungereimtheiten bei einem Geschäft mit Pharma-Unternehmer Christian Boehringer bemerkt und die Leitung der Privatbank darüber informiert haben. Die Bank erstattete Boehringer dessen Schaden – die Rede ist von 1,2 Millionen Euro – trennte sich von Achenbach und Horsthemke und löste ihr Kunstgeschäft im Sommer 2013 auf. Im Rahmen der Abwicklung hätten sich Hinweise auf weitere Unregelmäßigkeiten in Achenbachs Geschäften ergeben – darüber war die Witwe des verstorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht informiert worden.

Dass er Albrecht bei dessen Kunst-Käufen mehrfach „unberechtigte Aufschläge“ berechnete, hatte Helge Achenbach am zweiten Prozesstag in Essen eingeräumt. Dort hatte ihn die Staatsanwaltschaft nach einer Strafanzeige von Babette Albrecht angeklagt. Sie wirft dem seit Juni inhaftierten Kunstberater zudem vor, Albrecht auch bei Oldtimer-Käufen übervorteilt zu haben, was Achenbach allerdings bestreitet. Zu den weiteren Anklagepunkten – dem Betrug an Boehringer, der am 19. und zwei weiteren Geschädigten – hat sich Achenbach bislang nicht geäußert.

Auch das Düsseldorfer Landgericht wird sich wieder mit dem Fall beschäftigen: Dort haben die Albrecht-Erben Achenbach im Rahmen eines Zivilverfahrens auf Schadenersatz von rund 20 Millionen Euro verklagt, eine Entscheidung wird indes am 20. Januar erwartet.