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Ex-Fortune „Pico“ Niestroj lässt jetzt Jüngere laufen

27.08.2012 | 18:26 Uhr
Ex-Fortune „Pico“ Niestroj lässt jetzt Jüngere laufen
Zeigt Fortunas B-Junioren, wo’s langgeht Trainer: Robert Niestroj. Foto: Sergej Lepke

Düsseldorf.   Fortuna Düsseldorfs Ex-Profi Robert Niestroj ist wieder da - als Jugendtrainer bei den Rot-Weißen und als NRZ-Kolumnist.

Robert Niestroj ist ein Phänomen. „Laufen? Laufen ist echt nicht mein Ding“, hat der alteingesessene Elleraner schon immer gesagt. Auch schon zu seiner großen Zeit als Fußballer bei Fortuna Düsseldorf. Dennoch hat es „Pico“ - das ist Niestrojs Spitzname - geschafft, einer der beliebtesten Profis im rot-weißen Dress überhaupt zu werden. Das hatte einerseits mit seinem Können zu tun, auf der anderen Seite mit der Art und Weise, wie er auf die Fans zuging. Immer offenes Visier, immer auf Augenhöhe, immer ehrlich.

„Pico“ Niestroj, der in den neunziger Jahren für Fortuna in der 1. und 2. Bundesliga kickte, hat sich in all den Jahren kaum verändert, natürlich ist er ein bisschen älter geworden - mittlerweile 37. Aber er ist immer noch zugänglich, immer noch für einen Scherz zu haben - und immer noch lauffaul. Nicht schlimm, denn jetzt lässt er die anderen rennen. Robert „Pico“ Niestroj ist seit vier Jahren Jugendtrainer bei der Fortuna. Zunächst hat er die U13 betreut, dann die U14, jetzt coacht er die U16. Übrigens gemeinsam mit seinem „Co“ Matthias Jack, ebenfalls ehemaliger Fortuna-Profi. „Ich würde mich eher als ruhigen Trainertyp bezeichnen“, sagt Niesroj. „Ich gehöre nicht zu den HB-Männchen an der Seitenlinie.“

„Pico“ hat beim TSV Eller 04 das Fußballspielen gelernt, ist als C-Jugendlicher an den Flinger Broich gewechselt. In der ersten und zweiten Bundesliga war der Mann Fortunas Shooting-Star. Ende der neunziger Jahre, als es mit der Fortuna immer mehr bergab ging und sich der Verein die richtig guten Spieler nicht mehr leisten konnte, ging „Pico“ für damals 1,2 Millionen Mark zu den Wolverhampton Wanderers nach England. Es folgten viele weitere Stationen und eine Tournee quer durch Europa: zum 1. FC Nürnberg, zu Iraklis Saloniki (Griechenland), zu Sachsen Leipzig, zu UMF Grindavik (Island), zu Preußen Münster, zu Panserraikos Serres (Griechenland) und schließlich zum SV Straelen an den Niederrhein, wo er am 18. Mai 2008 sein letztes Pflichtspiel in der Oberliga bestritt. Zwischendurch, von 2001 bis 2004, kickte der im polnischen Oppeln geborene Niestroj noch einmal bei der Fortuna. „Doch damals war mein Knie schon länger kaputt“, sagt er. „Ich konnte dem Klub nicht mehr helfen.“

Erstes Spiel beim VfB Solingen

Dafür jetzt umso mehr, indem er die jungen Talente für eine mögliche Zukunft im Profi-Bereich vorbereitet. Fortunas Jugendobmann Helmut Poestges holte seinen früheren A-Jugendkicker vor vier Jahren als Trainer zurück. Für Niestroj hatte es endlich ein Ende mit dem Tingeltangel-Leben. Und mittlerweile klappt es für „Pico“ auch neben dem Fußballplatz beruflich: Seit 1. Juli arbeitet er als Kundenberater für eine große Versicherung. Seine Familie, Ehefrau Nicole und Töchterchen Jana (2) wird’s freuen.

Am kommenden Sonntag, 2. September, geht’s für Niestroj und seine „U16“ im Spiel beim VfB Solingen (11 Uhr) mit der Niederrheinliga-Saison los. Egal was passiert: Der frühere Bundesligaprofi wird geduldig sein mit seinen Jungs. „Das war ich nämlich früher nie mit mir selbst“, erinnert sich der Fortune. Und sagt: „Daraus habe ich gelernt.“
 

Übrigens: Exklusiv für Sie, liebe NRZ-Leserinnen und Leser, wird Robert Niestroj in den kommenden Wochen und Monaten im Einsatz sein, und zwar als Kolumnist. Der frühere Fortuna-Profi und Weltenbummler wird sich dabei natürlich über Düsseldorfs liebsten Fußballklub, über Düsseldorf an sich, aber auch über die ganz profanen Dinge des Lebens Gedanken machen. Und dies immer mit einem Augenzwinkern. Freuen Sie sich jeden zweiten Samstag auf Picos „Bananenflanke“.

Stephan Wappner

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