Ex-Banker muss hinter Gitter

Mit einem deutlichen Urteil endete vor dem Landgericht der Prozess gegen einen 56-Jährigen. Wegen Betruges in 47 Fällen muss er für viereinhalb Jahre hinter Gitter. Der bis dahin auf freiem Fuß befindliche Angeklagte wurde noch im Gerichtssaal festgenommen und ein Untersuchungshaftbefehl wegen Fluchtgefahr erlassen. Am Ende des langwierigen Verfahrens stand zur Überzeugung der Kammer fest, dass der Mann seine Stellung als stellvertretender Leiter und Prokurist einer Bankfiliale in Mülheim, später als Angestellter einer großen Privatbank in Düsseldorf missbrauchte, um Kunden in großem Stil über den Tisch zu ziehen.

Bei beiden Banken war der 56-Jährige für die Betreuung wohlhabender Kunden zuständig gewesen. Das hatte er ausgenutzt, um zwischen Oktober 2006 und November 2009 einigen älteren Damen, darunter auch solche, deren Sehvermögen bereits stark eingeschränkt war, Unterschriften abzuluchsen. Er gaukelte den vertrauensseligen Kundinnen vor, sie müssten Papiere zur Kontoführung oder zur Verwaltung ihres Wertpapierdepots unterzeichnen. Tatsächlich waren es Überweisungsbelege und Barauszahlungen. Bis zu 23 000 Euro wechselten auf einen Schlag den Besitzer. Insgesamt entstand so ein Schaden von rund 1,1 Millionen Euro.

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe weitgehend bestritten. Der Wirtschaftsstrafkammer war daher nichts anderes übrig geblieben, als ihn im Rahmen einer langwierigen Beweisaufnahme zu überführen.

In einem Fall hatten die Verfahrensbeteiligten sogar einen Ortstermin in einer Pflegeeinrichtung angesetzt, um eine Zeugin zu vernehmen. Ein mitangeklagter 67-jähriger Mülheimer, der gemeinsam mit dem Angeklagten ominöse Stiftungen gegründet und verwaltet hatte, in denen Gelder von Kunden ohne deren Wissen verschwunden waren, war bereits im Dezember verurteilt worden.

Er kam mit einer 15-monatigen Bewährungsstrafe davon.