Erste Beratungsstelle für genitialverstümmelte Frauen
26.05.2009 | 13:35 Uhr 2009-05-26T13:35:00+0200Büro im Bürgerhaus Bilk eröffnet am Donnerstag, Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann wird erwartet.
Die erste Beratungsstelle für genitalverstümmelte Frauen und Mädchen in Nordrhein-Westfalen wird am morgigen Donnerstag im Bürgerhaus Bilk, Himmelgeister Straße 107, offiziell eröffnet. Mitarbeiter des Vereins „stop mutilation” sollen hier bei gesundheitlichen Fragen, drohender Abschiebung und sozialen Problemen beraten. Auch werden Frauen beim Gang zum Gynäkologen begleitet und Mütter unterstützt, die ihre Töchter vor der Verstümmelung schützen wollen.
In ganz NRW leben nach Angaben des Vereins 5600 betroffene Frauen. Die meisten stammen aus Afrika. Bei Genitalverstümmelungen wird die Klitoris amputiert bis hin zur vollständigen Entfernung der Schamlippen. Die Gründe sind religiöser oder kultureller Natur. Vor zwei Wochen haben 90 Abgeordnete von FDP, Grünen, SPD und Union einen Gesetzentwurf eingebracht, der auf eine stärkere Bestrafung bei Genitalverstümmelungen drängt. Demnach soll sie ausdrücklich als schwere Körperverletzung ins Strafgesetzbuch aufgenommen und mit einer Strafe von bis zu zehn Jahren belegt werden können.
Bereits seit 2005 bietet der Verein die Beratung auf ehrenamtlicher Basis an. Mit finanzieller Hilfe der 1999 von Königin Silvia von Schweden gegründeten „World Childhood Foundation” konnte nun ein eigenes Büro im Bürgerhaus angemietet werden. Darüber hinaus ist das Beratungsangebot erweitert worden. Die Mitarbeiter sind afrikanischer Herkunft und sprechen neben Deutsch, Englisch und Arabisch mehrere afrikanische Sprachen.
Zur Eröffnung der Beratungsstelle wird auch Bürgermeister Maria-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) erwartet.