Erst schockte er Automaten, nun schützt er sie
05.01.2012 | 17:46 Uhr 2012-01-05T17:46:00+0100
Düsseldorf.Er kannte einige Tricks, um Geld aus Spielautomaten zu locken. Ihm war es schon mit Magneten gelungen, dann mit einem Elektroschocker. Dafür sollte der 41-Jährige ins Gefängnis gehen. Aber das Landgericht gab ihm doch noch einmal Bewährung, weil der Elektriker inzwischen den Spielhallen-Inhaber berät - und es auf seine Frau als inoffizielle Bewährungshelferin vertraut.
Im Oktober 2009 hatte der Düsseldorfer in dem Mini-Casino in Neuss mit seinem Elektroschocker einen Automaten so aus dem Takt gebracht, dass der insgesamt 264 Euro ausspuckte. Er hatte geglaubt, die Aufsicht sei eingeweiht. Doch die Dame am Tresen zeigte ihn an.
Das Amtsgericht verurteilte ihn dafür zu acht Monaten Haft, gab dem mehrfach Vorbestraften keine Bewährung mehr. Das Landgericht war in der Berufung dann milder.
Es rechnete ihm „sein ungewöhnliches Nachtatverhalten“ an: Er habe sich „deutlich von der Tat distanziert“. Er trifft sich nicht mehr mit den alten Freunden, das Geld hat er zurückgebracht und gibt dem Inhaber jetzt Tipps, wie er seine Automaten besser schützen kann. „Wir sind heute sehr gute Freunde“, sagte der Angeklagte.
Außerdem rechnet das Gericht mit dem Einfluss der Ehefrau. Als sie von den Untaten ihres Mannes erfuhr, las sie ihm in der Kanzlei seines Verteidigers die Leviten. „Es war eine regelrechte Eheberatung“, berichtete der Anwalt. „Sie hat ihm klar gemacht, was auf dem Spiel steht.“
Weil seine Frau ihn „jetzt stärker unter Kontrolle“ habe, er sich aber auch bewusster sei, was er anrichte, glaubte das Gericht, dass er künftig keine Straftaten mehr begeht, und setzte die acht Monate zur Bewährung aus.
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