Erpressung aus dem Gefängnis

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Was wir bereits wissen
Versuchte Erpressung aus dem Gefängnis heraus wird einem Angeklagten (41) beim Düsseldorfer Landgericht vorgeworfen.

Düsseldorf..  Mit einer wahren Flut von Textnachrichten via Handy hat ein Mann im Juli 2014 angeblich eine wohlhabende Bekannte um zwei Millionen Euro erpressen wollen – und soll der Frau ansonsten mit der Ermordung sowie mit der Tötung ihrer Schwestern gedroht haben. Für den Prozess, der Ende Februar beginnt, hat das Landgericht zwei Verhandlungstermine eingeplant.

Weil die Mafia angeblich hinter dem 41-Jährigen her sei und innerhalb der nächsten Woche anderthalb bis zwei Millionen Euro in bar haben wolle, müsse die Bekannte aushelfen, teilte der Angeklagte laut Ermittlungen in einer Vielzahl von SMS-Nachrichten mit.

Als Zellennachbarn im Gefängnis hatten sich dieser Angeklagte und der Freund jener Frau einst kennengelernt. Der Mitgefangene hielt zu der Frau auch noch Kontakt, als deren Lebensgefährte Anfang 2014 bereits gestorben war. Immerhin hat die Frau dem 41-Jährigen bereits im Herbst 2013 und im Frühjahr 2014 erhebliche Summen geliehen – rund 80 000 Euro.

Mitte 2014 kam der Inhaftierte dann angeblich auf die Idee, die Frau gleich um zwei Millionen Euro zu erpressen. In Handy-Nachrichten soll er ihr vorgeworfen haben, dass sie sein Leben und das seiner Familie zerstört habe. Wenn sie jetzt aber – trotz seiner Inhaftierung – ihre Anzeige gegen ihn zurückziehen und das geforderte Geld doch noch auf das Konto seiner Frau überweise, „dann wird alles gut, Du kannst in Ruhe dein Leben leben und ich kann, sobald ich draußen bin, von neu anfangen“. Doch ansonsten müsse die wohlhabende Bekannte sterben.

Auch ihre beiden Schwestern soll der Angeklagte mit deren Tod gedroht haben. Das Erpressungsopfer ging aber nicht auf diese Forderungen ein, sondern wandte sich trotz Todesdrohungen erneut an die Polizei. Mit einem Urteil gegen ist nicht vor dem 6. März zu rechnen.