Entlastung für pflegende AngehörigeExperten am NRZ-Lesertelefon geben Antwort auf praktische Fragen des PflegealltagsExperten am NRZ-Lesertelefon geben Antwort auf praktische Fragen des Pflegealltags

Ein nach Schlaganfall gelähmter Lebenspartner, ein von Geburt an pflegebedürftiges Kind oder eine an Demenz erkrankte Großmutter – häusliche Pflege hat viele Gesichter. Einer aktuellen GfK-Umfrage zufolge pflegen knapp fünf Prozent der Deutschen einen Angehörigen zu Hause – meist ohne jede professionelle Unterstützung. 40 Prozent der Pflegenden sind nebenbei berufstätig. Im Vorfeld des bundesweiten Tages der pflegenden Angehörigen stehen zwei Experten aus der Praxis am Telefon bereit. Leser von NRZ und Rhein Bote können am heutigen Montag, 11. Mai, um 16.30 Uhr, ihre Fragen stellen.

„Wird ein Familienmitglied plötzlich zum Pflegefall, kann das die Angehörigen im Alltag schnell überfordern. Daher sprechen wir die Menschen bereits am Krankenbett an, wenn sich abzeichnet, dass sie Hilfe benötigen“, weiß Holger Götze-Koch, Pflegedienstleiter am Krankenhaus Elbroich. Der erste Schritt besteht für Angehörige in der kostenfreien Teilnahme an einem Initialpflegekurs, der vor allem praktisches Pflegewissen vermittelt. Der Wissenstransfer findet schon vor dem Übergang in die eigenen vier Wände statt. Später besuchen die Fachkräfte die Pflegenden in ihrer häuslichen Umgebung. Ein Service, der dankbar angenommen wird, wie Holger Götze-Koch weiß: „Die Angehörigen sehen in den Pflegetrainings eine Art ‚Anker‘, um sich auf unbekannte Situationen vorbereiten zu können. Das bedeutet Entlastung durch Hilfe, die wir durch unsere Expertise und unser Fachwissen als Gesundheits- und Krankenpfleger frei Haus liefern können.“

Parallel zum frisch auftretenden Pflegefall müssen sich Angehörige zugleich um viele Formalitäten kümmern. „Hierbei treten naturgemäß Fragen auf, wie das mit den Pflegestufen funktioniert oder worüber Haushaltshilfen und Hilfsmittel beantragt werden können“, erklärt Dorothee Janssen. Sie kümmert sich im Sozialdienst am St. Vinzenz-Krankenhaus um die „Überleitung“ von Patienten beispielsweise in die Nachsorge oder zu einem Pflegedienst. Ihr Service ist Anlaufstelle für Angehörige, die sich zum Beispiel das erste Mal mit sozialrechtlichen Fragen beschäftigen müssen und denen jegliche Orientierung fehlt. „Wir empfehlen, den Kontakt zu uns so früh wie möglich zu suchen. So können wir noch während des Aufenthalts eines Angehörigen im Krankenhaus vieles in die Wege leiten“, erklärt die ausgebildete Diplom-Sozialarbeiterin.

An allen Krankenhäusern im Verbund Katholischer Kliniken Düsseldorf (VKKD) erhalten Angehörige diese Hilfsangebote in Form von Beratungen, Initialpflegekursen, Gesprächsgruppen und praktischen Trainings durch Sozialarbeiter, hauptamtliche Pflegefachkräfte der Häuser und Schulungskräfte der St. Elisabeth Akademie. Die Pflegetrainings sind unter dem Begriff „Familiale Pflege“ bekannt und wurden in Zusammenarbeit mit der AOK und der Universität Bielefeld entwickelt.

Wenn Sie Fragen zum Thema „Angehörigen-Pflege“ haben sollten oder sich eine Pflegesituation mit einem Angehörigen bei Ihnen abzeichnet, rufen Sie uns an. Ihre Fragen am Leser-Telefon von NRZ und Rhein Bote beantworten Dorothee Janssen ( 0211/16708-38) vom Sozialdienst am St. Vinzenz-Krankenhaus und Pflegeexperte Holger Götze-Koch ( 0211/16708-39) vom Krankenhaus Elbroich.