Enkeltrick vor Gericht - Seniorin verlor fast ihren Schmuck

Die alte Dame gab ihren Schmuck im Wert von 30.000 Euro an eine Botin – und wäre damit fast auf den berüchtigten Enkel-Trick hereingefallen.
Die alte Dame gab ihren Schmuck im Wert von 30.000 Euro an eine Botin – und wäre damit fast auf den berüchtigten Enkel-Trick hereingefallen.
Foto: imago/Reinhard Kurzendörfer (Smybolbild)
Was wir bereits wissen
Das Düsseldorfer Amtsgericht verurteilte jetzt eine 32-Jährige, die Schmuck im Wert von 30.000 Euro von einer Seniorin abgeholt hat. Damit war sie Mittäterin bei einem Enkeltrick. Ein Komplize hatte die alte Dame zuvor um 25.000 Euro gebeten. Doch die Polizei hatte die Täter bereits im Visier.

Düsseldorf.. Der Enkel brauchte kurzfristig Geld als Sicherheit. Die alte Dame gab ihren Schmuck im Wert von 30.000 Euro an eine Botin – und wäre damit fast auf den berüchtigten Enkel-Trick hereingefallen. Nun stand die Botin (32) vor dem Düsseldorfer Amtsgericht. Die Polizei hatte sie kurz nach ihrem Botengang festgenommen und konnte der Seniorin ihren wertvollen Besitz zurückgeben. Denn die Beamten hatten schon den verhängnisvollen Anruf verfolgt.

Sicherheit für einen Wohnwagenkauf

Darin meldete sich ein Mann bei der alten Dame, gab sich als Enkel aus und bat um 25.000 Euro, weil er einen Wohnwagen gekauft habe. Sie bekomme es am nächsten Tag zurück. Die Seniorin sagte, sie komme nicht an ihr Geld, da schlug der vermeintliche Enkel Schmuck vor. Eine Bekannte werde ihn abholen. Wenig später klingelte die 32-Jährige.

Schockanrufe Die Seniorin, inzwischen an Demenz erkrankt, konnte nicht zur Verhandlung ins Gericht kommen. Ihre Tochter (65) berichtete: „Sie ist bis heute durcheinander und schämt sich.“ Ihre Mutter habe damals erst gar nicht zugeben wollen, dass sie den Schmuck herausgegeben hat.

Hintermann in Polen

Die Tochter konnte auch verstehen, dass die Mutter dem Anrufer glaubte: Sie habe einen reichen Enkel. Ihm habe die Mutter wohl vertraut, dass er den Schmuck zurückgebe. Nur die Abholerin sei der Mutter merkwürdig vorgekommen: So einfach gekleidet seien Bekannte ihres Enkels sonst nicht.

Die Ermittler hielten die Angeklagte für das Mitglied einer professionellen Bande, die sie verfolgte. In Leipzig hatten sie einen Betrüger geschnappt. Über dessen Telefonverbindungen kamen sie an eine Nummer in Polen. Dort vermuten sie den Logistiker der Bande, der die Beteiligten in ganz Deutschland einsetzt. Der rief eines Tages die Angeklagte in Düsseldorf an.

Die gab jetzt zu, an dem Betrug beteiligt gewesen zu sein – aber sie habe sich nur spontan dazu entschlossen. Weil sie bisher nicht vorbestraft ist, ihr weitere Taten nicht nachzuweisen waren, kam sie mit 15 Monaten auf Bewährung davon.