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Endlich weniger Straftaten

03.03.2008 | 20:21 Uhr

KRIMINALITÄT. Zahl der jungen Serientäter sinkt. Warnung vor Cannabis. Schwarzfahrer kamen mit einem blauen Auge davon.

Ein Rückgang der Straftaten um fast 15 Prozent - das klingt sensationell. Doch Polizeipräsident Herbert Schenkelberg winkt ab. Eine Statistik spiegelt nicht immer die Realität wider. So auch diese nicht. Denn die Kriminalitätsbilanz 2007 fällt deshalb so positiv aus, weil die Polizei diesmal von Massen-Verfahren beim Anlagebetrug verschont geblieben ist und die Rheinbahn 2000 weniger Schwarzfahrer angezeigt hat. Aufgrund einer technischen Umstellung wusste das Verkehrsunternehmen zeitweise nicht mehr, ob es sich bei den Ertappten um Wiederholungstäter handelte - und verzichtete im Zweifel auf eine Strafanzeige.

"Die Strafe muss auf dem Fuß folgen"

Unter Berücksichtigung dieser beiden Phänomene errechneten die Statistiker einen tatsächlichen Rückgang der Kriminalitiät um etwa 2,8 Prozent. Das ist doch auch schon was, freut sich der Polizeipräsident.

Zumal es eindeutige Erfolge in der Bekämpfung der Jugendkriminalität gibt. Die Zahl der jugendlichen Serientäter (über fünf Delikte pro Jahr) verringerte sich seit 2005 von 452 auf 248, die Zahl derjenigen, die auch Gewalt angewendet hatten ,von 351 auf 184.

Für die Ursachenforschung ist es wohl noch zu früh. "Für diese Entwicklung gibt es noch keine belegbaren Zahlen", meinte Kripo-Chef Jürgen Schneider. Polizeipräsident Schenkelberg glaubt dagegen, dass das Konzept der Polizei gegen junge Kriminelle nun Früchte trage. Er kündigte an, dass noch dieses Jahr stadtweit "Diversionstage" organisiert werden. Bei kleineren Delikten werden Jugendliche möglichst schnell zur Verantwortung gezogen. Schenkelberg: "Die Strafe muss auf dem Fuß folgen."

Vor einer Verharmlosung von Haschisch warnte der leitende Kriminaldirektor Schneider: 1201 Delikte registrierte das Rauschgift-Kommissariat im Vorjahr. Diese Zahl allein ist noch kein Anlass zur Sorge. Aber: Die auf dem Schwarzmarkt gehandelten Cannabis-Produkte haben inzwischen einen wesentlich höheren Anteil (30 Prozent) des süchtig machenden Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol (THC). Schneider: "Damit wird die Schwelle zum Übergang auf Heroin und Kokain eindeutig gesenkt."

Nach Schätzungen der Polizei greifen in Düsseldorf regelmäßig 4000 Süchtige nach harten Drogen. 2007 starben 22 Menschen an einer Überdosis.

MICHAEL MÜCKE

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