Endlich ein Wettbewerb für Jazz
10.05.2011 | 17:23 Uhr 2011-05-10T17:23:00+0200Düsseldorf. Klavierwettbewerbe gibt es wie Sand am Meer. Da wollte das Steinway-Haus nicht noch einen draufsetzen. Daher entschied sich Geschäftsführer Martin Wiedemann zu einem Förderpreis für Klavier.
Zusammen mit Klavier-Professor Boris Bloch (Folkwang-Hochschule Essen/Duisburg) und der Lampe-Bank, die die Preisgelder von insgesamt 5000 Euro trägt, organisiert Wiedemann den Concours bereits das zweite Mal. Teilnehmer am öffentlich ausgetragenen Finale, Sonntag, 15. Mai, im Steinway Haus auf der Immermannstraße: sechs Studenten aus den Musik-Hochschulen in Köln, Duisburg und Düsseldorf.
Das Novum: Erstmals werden Preis, Vorrunden und Finale aufgeteilt in Klassik und Jazz. Eine echte Premiere in Deutschland, denn Jazz wird hierzulande, nicht nur bei Wettbewerben, stiefmütterlich behandelt. Drei Studenten werden Freitag, 20. Mai, in einem Jazz-Finale um die Wette spielen. Neben einem Jazz-Klassiker und einem lateinamerikanischen Titel müssen die jungen Jazzer auch Improvisationen spielen. In Köln hat der Jazz Tradition, in Duisburg werde er stetig erweitert, erklärt Bloch. Mittlerweile haben die Jazz-Pianisten ein eigenes Domizil.
In der Sparte Klassik werden indes Werke von Franz Liszt und Beethoven erwartet. Auswendig vorgetragen, versteht sich. Hier stehen als Juroren Klavierprofessoren parat, darunter Barbara Szczepanska und Georg Friedrich Schenk von der Robert Schumann Hochschule. Doch fällen sie niemals Urteile über eigene Studenten. Das wäre unfair und wird durch Aufteilung von Studenten auf Professoren verhindert.
Beim Jazz haben neben einem Frankfurter Spezialisten und Peter Baumgärtner von der Jazz-Schmiede die Zuschauer eine Stimme. Während die Jury tagt, werden die Wahlzettel des Publikums gezählt.
Ob Klassik oder Jazz: Der Förderpreis lädt auch zum Niveau-Vergleich zwischen den Hochschulen ein. Da kann Wettbewerb segensreich sein. Zumal ein Ranking meist auch zu Leistungen anspornt.
Entscheidend aber ist, dass dem Klavier-Nachwuchs durch Steinway und das Bankhaus Auftritte ermöglicht und vermittelt werden. Das ist nicht einfach: Anders als Ensemble- und Orchester-Instrumente, wie geigen und Celli, bleibt das Piano eben ein Soloinstrument. Deshalb treten die Preisträger auch bei einem privaten Anfang Juni in Schloss Eller auf.