Eine Show, die verbindet

Kaiserswerth..  Als Franz-Ferdinand Fuhr seine Mitschüler um Ruhe bittet, wird es im Probenraum sofort still. Paula Lippert stellt sich in die Mitte des Saales, die Scheinwerfer werden auf sie gerichtet und Franz-Ferdinand drückt auf dem Handy vor ihm die „Play“-Taste. Als die ersten Töne von David Guettas Hit „Titanium“ erklingen, schaut die Zwölfjährige zu Franz-Ferdinand rüber. Er nickt ihr aufmunternd zu und die Schülerin setzt zu den ersten Versen an. Sie singt so gekonnt und souverän, dass man sie nur verblüfft ansehen kann und dabei bemerkt, dass man Gänsehaut bekommt. Paula singt in ihrer Ballade, dass sie so hart wie Titan sei und deswegen sogar Kugeln an ihr abprallen würden.

Seit knapp zweieinhalb Monaten arbeiten Schüler des Erzbischöfliches Gymnasiums an ihrer „Suitbertus-Show“. Das Besondere: Sie präsentieren auf der Bühne nicht nur ihre Talente in 15 Live-Acts wie Gesang, Samba, Zauberei, Breakdance und Gesang, sie stellen auch die ganze Show in Eigenregie auf die Beine.

Eine Art Chef-Koordinator ist der siebzehn Jahre alte Franz-Ferdinand, der die zwölfte Klasse des Suitbertus-Gymnasiums besucht. Er leitet zum Beispiel die Proben, kümmert sich um die Technik (etwa um die Beleuchtung) und hat auch schon viele Firmen um Spenden gebeten. Denn auch finanziert wird die Show von den Schülern.

Die Idee zu einer Talent-Show hatten Schüler des Kaiserswerther Gymnasiums bereits vor vier Jahren, als Casting-Shows wie „Deutschland sucht den Superstar“ gerade angesagt waren. Seither stellen sie jedes Jahr ein Programm auf die Beine, um zum Beispiel Lehrern eine andere Seite von sich zu präsentieren, sagt Franz-Ferdinand Fuhr. Auch die Schüler lernten sich besser kennen, sagt Louisa Herrmann (16), die mit ihrem Bruder Leander (13) in der Show eine „Nummer“ mit Samba, Rumba und Cha-Cha-Cha präsentieren wird.

„Die Show verbindet die einzelnen Klassen und Jahrgänge“, sagt die 16-Jährige, „denn jeder kann mitmachen.“ Und auch für die Karriere lerne man viel, meint Franz-Ferdinand. Er selbst habe wichtige Erfahrungen im Organisieren, in Teamarbeit und im Umgang mit Firmen gesammelt.

Vor drei Jahren hatte Paula Lippert noch im Zuschauerraum der Show gesessen: „Mein Bruder zeigte damals auf der Bühne, wie man den Zauberwürfel in wenigen Sekunden lösen kann. Da dachte ich: Ich will auch zeigen, was ich kann.“ Und das Singen – das kann sie. Erst seit vergangenem April erhält sie zu Hause Gesangsunterricht, singt aber schon sehr gefühlvoll und gekonnt. In der Show vor bis zu 500 Menschen zu singen – das sei eine Herausforderung. Doch auch das sei eine wichtige Erfahrung für alle Schüler: zu lernen, mit Lampenfieber umzugehen.

Zu sehen gibt es die Show am 22. und 23. Januar im Suitbertus-Gymnasium, An St. Swidbert 53. Einlass ist ab 19 Uhr. Tickets für Schüler kosten drei Euro, Erwachsene zahlen fünf. Reservierungen und Spendenanfragen an suitbertusshow@hotmail.de.