Eine Million Jecke feiern beim Rosenmontagszug in Düsseldorf
20.02.2012 | 19:16 Uhr 2012-02-20T19:16:00+0100
Düsseldorf. Beste Stimmung herrschte beim Rosenmontagszug in der Landeshauptstadt. Bissige Mottowagen nahmen nicht nur den Abgang von Ex-Bundespräsident Wulff aufs Korn, auch Kanzlerin Merkel sowie der Düsseldorfer OB Dirk Elbers mussten närrischen Spott über sich ergehen lassen.
Spontan ist Spitze: Als die Gauck-Nominierung publik war, hat Jacques Tilly mit flinken Fingern am späten Sonntagabend noch einmal zu Pappmaché und Farbe gegriffen und Christian Wulff buchstäblich ein aktuelles Ei ins Nest gelegt . Der mit Spannung erwartete Mottowagen zeigt den Ex-Bundespräsidenten als komplett gerupften deutschen Adler, der im Sturzflug auf dem Kopf landet, mit der Devise: Und tschüss! Daneben liegt ein schlüpfbereites Ei mit der Aufschrift: Gauck. „Das hat Biss und Klasse, trifft genau den Kern der Sache“, frohlockte CC-Präsident Josef Hinkel.
Dieses Motiv zählte zu den vielen Hinguckern gestern beim Zoch. Bei Sonnenschein und fünf Grad lockte der närrische Lindwurm rund eine Million kostümierte Karnevalisten an die 5,5 Kilometer lange Strecke. Im Zusammenspiel mit den bestens gelaunten 5500 Aktiven entwickelte sich ein fröhlich-jecke Atmosphäre. Drei Mal Helau!
Und auch „drei Mal Merkel“ hieß es. Denn Tilly widmete der Kanzlerin genau so viele Wagen. Auf dem ersten ist sie in eindeutiger Pose mit Nicola Sarkozy zeigen, wobei der kleine Franzose unverblümt die Oberweite von Merkel testet. Das zweite Motiv zeigt sie auf einem Tandem mit der FDP hinten drauf als bremsendem Skelett. Bei der dritten Karikatur trägt die Kanzlerin ein rosafarbenes „Tütü“ mit weit ausladendem Rock als Euro-Rettungsschirm.+
Wesentlich bissiger der Wagen gegen Rechtsextremismus: Eine Hand hält eine riesige Pistole, die von Polizei, Verfassungsschutz und Justiz gestützt wird. Auch lokale Themen sind dabei: OB Dirk Elbers als Planierraupenfahrer bei dem schwierigen Versuch, den Tausendfüßler abzureißen. „Das ist eine gelungene Persiflage, den Abriss werden wir trotzdem durchbekommen“, orakelte Elbers auf der Rathaustribüne. Auf einem weiteren Wagen ist Campino als Engel zu sehen, der einen völlig lädierten Spieler der finanzklammen DEG auffängt.
Schlafende Beamte
Auch die 70 Motiv-Vehikel der Vereine boten Buntes und Witziges zum Sessions-Motto „Hütt dommer dröwer lache.“ Die Hötter Jonges und die Närrischen Schmetterlinge ließen die Zeit vor der Wende Revue passieren, während die Müllejecke schlafende Beamte als „Energiesparer“ präsentierten.
Besonders prächtig ist der Prinzenwagen geraten: Regent Thomas und Venetia Anke thronten auf einem Schlaraffenland mit fliegenden Berliner Ballen. Wilde Hexen, kernige Clowns und viele Gäste aus Südamerika bereicherten derweil die Fußgruppen. Die zumeist jungen Kamelle-Jäger kamen auf ihre Kosten. Schließlich waren rund 60 Tonnen Wurfmaterial im Einsatz, das entspricht einem Gewicht von zwölf Elefanten.
Dabei war nicht nur Süßes. Die Hoppeditzwache verteilte Tulpen aus Amsterdam ans jecke Publikum. Durch die Luft flogen Sparschweine, Plüschtiger und sogar Tütensuppen mit Grünkerngeschmack. Haltbarkeitsdatum: 20. Dezember 2011. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt?!
Plötzlich war auf der Tribüne von gefährlichen Wurfgeschossen die Rede, zwei Frauen klagten über Blessuren. Mitglieder der Elf vom Dörp hatten Skatspiele in harter Plastikverpackung geworfen. „Das geht überhaupt nicht, ist viel zu gefährlich“, wetterte CC-Geschäftsführer Jürgen Rieck: „Die werden nach hinten verbannt, an die allerletzte Stelle!“ Beim Rosenmontagszug im nächsten Jahr.
23:40
Das ist doch nur ein Provinzumzug.
Nur noch der viertgrößte in Deutschland.............
Die sind angefangen als Köln schon 2 Stunden unterwegs war und waren dennoch früher fertig. Provinz eben................