Eine echte Trumpfkarte

Stadtmitte..  Die Düsseldorfer Familienkarte, die Eltern mit Kindern bis 18 Jahre zahlreiche Vorteile bietet, hat die Marke von 50 000 überschritten. „Bis Ende Januar sind 50 304 Karten für die beiden Jahre 2014/15 ausgegeben worden“, sagt Jugenddezernent Burkhard Hintzsche. Damit setzt sich der positive Trend der vergangenen Jahre fort. Ende 2010 waren 43 215 Bürger im Besitz der Karte, Ende 2012 kletterte die Zahl auf 48 126, kurz vor dem letzten Jahreswechsel waren es bereits 49 867. „Wir erreichen knapp 90 Prozent der Berechtigten, das ist ein beachtlicher Wert“, meint der Spitzenbeamte aus dem Rathaus. Die Familienkarte bietet zahlreiche Rabatte und Vergünstigungen. Rund 400 Unternehmen und Einrichtungen machen mit.

Der Bogen reicht vom billigeren Brot beim Bäcker über kostenlose Führungen bei der Feuerwehr bis hin zu günstigen Eintrittskarten für die Oper. So zahlt beispielsweise eine vierköpfige Familie für eine Freitagabend-Aufführung von „Carmen“ einen Komplettpreis von 36 Euro. „Wir haben Wert darauf gelegt, dass der Vorteil unmittelbar an der Kasse wirksam wird“, meint Hintzsche und ermuntert die Düsseldorfer Familien sich regelmäßig über die Anbieter zu informieren. „Manch einer wird überrascht sein, wo sich überall etwas einsparen lässt.“

Zu denen, die von der kleinen Plastikkarte profitieren, zählt Susanne Schardt. Zwei Söhne haben die Hebamme und ihr Mann Andreas. „Im Schwimmbad sparen wir bei den Zehner-Chips etwas Geld und auch im Südpark-Café gibt’s für die Kafferunde Rabatt“, sagt die Mutter. Die finanziellen Vorteile – häufig werden zehn oder 20 Prozent Nachlass eingeräumt – stehen für sie aber nicht im Vordergrund. „Wirklich teure Sachen wie Klamotten und größere Anschaffungen belasten das Budget wie eh und je“, meint Schardt. Für die Mutter zählt vor allem das Signal, „dass Familien in Düsseldorf willkommen sind und in der Stadt wertgeschätzt werden“. Ebenfalls von Bedeutung: der zusätzliche Anreiz, als Familie mal wieder etwas gemeinsam zu unternehmen. Genau darum geht es auch jenen fast 400 Teilnehmern, die unter dem Motto „Wir sind ein Familien-Unternehmen“ das Angebot erst ermöglichen. Zu ihnen gehört das Brauhaus Schiffchen an der Hafenstraße: Es bietet pro Kind ein Gratis-Dessert – sofern zuvor ein Hauptgericht bestellt wurde. „Unsere Gaststätte gehört zur Stockheim-Gruppe, die selbst ein Familienunternehmen ist. Darin liegt ein Teil unserer Motivation begründet. Außerdem wollten wir nach Einführung des Rauchverbots Familien dabei unterstützen, wieder einmal gemeinsam essen zu gehen“, sagt Schiffchen-Geschäftsführer Thomas Weber.

Tatsächlich ist die Karte aufseiten der Anbieter inzwischen zu einem Beleg für bürgerschaftliches Engagement geworden. Viele von denen, die Vorteile gewähren, haben als Väter oder Mutter selbst die Karte im Portemonnaie stecken. Das wirkt wie ein Verstärker. Die Zahl der Teilnehmer, die bereit sind, Vergünstigungen anzubieten, steigt langsam, aber kontinuierlich. Wie häufig die 2004 eingeführte Familienkarte zum Einsatz kommt, wird bislang nicht erfasst. Von ihrem Erfolg ist Dezernent Hintzsche aber überzeugt: „Das Modell hat sich zum Exportschlager entwickelt. Duisburg, Nürnberg, Aachen, Baden-Baden, Krefeld und Hilden haben die Karte ebenso übernommen wie der Rhein-Kreis Neuss.“

Jeder in Düsseldorf mit Hauptwohnsitz gemeldete Erziehungsberechtigte, der mit mindestens einem Kind bis 18 Jahre in häuslicher Gemeinschaft lebt, kann den Antrag stellen. Jeder Erziehungsberechtigte und jedes Kind im Alter zwischen 12 und 18 Jahren kann eine Karte erhalten.

Die kostenfreien Familienkarten gelten immer zwei Jahre lang. Die aktuellen Exemplare sind bis 31. Dezember 2015 gültig. Nach Ablauf muss die Berechtigung (Kind bis 18 Jahre) erneut nachgewiesen werden. Informationen für Berechtigte gibt es bei der Familienkarten-Hotline unter Tel. 89-99051. Unternehmen, die mitmachen wollen, melden sich unter der Rathaus-Rufnummer 89-92077 (Benedikt Jerusalem).