Eine besondere Zukunftsinitiative

Altstadt..  Oberbürgermeister Thomas Geisel hieß gestern 16 Jungakademiker aus Südeuropa im Rathaus willkommen. Die Stipendiaten der Zukunftsinitiative „d.eu.tsch“ absolvieren derzeit einen viermonatigen Sprachkurs in der Landeshauptstadt. Daran schließt sich eine einmonatige Bewerbungsphase an. Ziel der Zukunftsinitiative ist, den jungen Ingenieuren, Mathematikern, Naturwissenschaftlern, Ärzten und IT-Spezialisten, die in ihrer Heimat nur geringe Chancen auf einen adäquaten Arbeitsplatz haben, den Berufseinstieg in Deutschland zu erleichtern.

Dazu Geisel: „Ich begrüße Sie, als junge und motivierte Akademiker, herzlich in der Landeshauptstadt. Schön, dass Sie da sind. Düsseldorf ist eine dynamische Wirtschaftsmetropole, die auf Fachkräfte wie Sie angewiesen ist. Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Start in der neuen Heimat.“ Der Verein HSBC Trinkaus Jugend Bildung e.V. vergibt Stipendien an junge Akademiker aus Südeuropa. Das Stipendium richtet sich an Akademiker im Alter von 23 bis 33 Jahren. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in Deutschland und des erhöhten Fachkräftebedarfs in Schlüsselbranchen soll in Kooperation mit dem Goethe-Institut Düsseldorf und der Agentur für Arbeit Düsseldorf Hochschulabsolventen aus den von Arbeitslosigkeit stark betroffenen Ländern Spanien, Portugal und Griechenland der Zugang auf den deutschen Arbeitsmarkt erleichtert werden.

Denn trotz akademischer Ausbildung haben viele Hochschulabsolventen in diesen Ländern keine berufliche Perspektive. Die Stipendiaten Dimitrios Adam, ein Ingenieur aus Griechenland, Sofia Antunes, eine Pharmazeutin aus Portugal, und Eva Hinojar Galvache, eine Hoch-Tiefbauingenieurin aus Spanien, sind allesamt hochqualifiziert und haben bereits praxisrelevante Erfahrungen vorzuweisen. Sie versuchen nun, in Deutschland beruflich Fuß zu fassen.

Die gemeinsame Initiative von HSBC, dem Goethe-Institut Düsseldorf und der Agentur für Arbeit Düsseldorf soll dabei helfen. „Wir werden unser gesamtes Netzwerk mobilisieren, um unsere Stipendiaten an potenzielle Arbeitgeber zu vermitteln“, erklärt Andreas Schmitz, Sprecher des Vorstands von HSBC in Deutschland, das Engagement seiner Bank. Die Bank hat Beziehungen in die großen und mittelständischen Unternehmen hinein. „Außerdem wollen wir auch Bewusstsein dafür schaffen, welche Bereicherung eine internationale Belegschaft sein kann.“

Unterstützung erhalten die Stipendiaten von HSBC – nicht nur finanziell, denn Deutschkurs, Kost und Logis werden vom Verein HSBC Trinkaus Jugend Bildung e.V. getragen, sondern auch mit Rat und Tat durch Patenschaften. Mitarbeiter von HSBC helfen den Stipendiaten bei vielen weiteren Herausforderungen, die mit einem Neustart in einem fremden Land einhergehen. Das können Behördengänge sein, das Kennenlernen von Gepflogenheiten oder der Aufbau von Netzwerken oder Freundschaften. Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Düsseldorf und dem Goethe-Institut in Düsseldorf.

Über den gesamten Zeitraum hinweg werden die Stipendiaten zudem von der Agentur für Arbeit Düsseldorf begleitet. Dabei greift die Agentur auf ihre vielfältige Erfahrung bei der Vermittlung ausländischer Fachkräfte zurück. „Wir werden mit vereinten Kräften im engen Schulterschluss mit HSBC und unseren Netzwerkpartnern (IHK, Unternehmerschaft, Digitale Stadt Düsseldorf, VDI) die Stipendiaten tatkräftig durch individuelles Coaching unterstützen. Wir beraten über den optimalen Auftritt in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit und informieren über die Anforderungen und Erwartungen der Arbeitgeber. Wir bieten ein intensives Bewerbungsmanagement und zeigen alle zielführenden Wege zum neuen Job auf und wir nutzen unsere engen Kontakte zu den Arbeitgebern und unterbreiten passgenaue Vermittlungsvorschläge“, so Roland Schüßler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Düsseldorf.

Die Stipendiaten hatten sich bei den Goethe-Instituten vor Ort in Athen, Thessaloniki, Lissabon, Porto und Madrid für das Programm bewerben können. „Vor allem die Nachfrage in Griechenland war sehr groß“, sagt Stefan Brunner, der Leiter des Goethe-Instituts in Düsseldorf.

Voraussetzung war ein abgeschlossenes Studium im Ingenieurswesen der Fachrichtungen Maschinenbau und Elektrotechnik oder in den Fächern Mathematik, Medizin, IT und Pharmazie – jene Fachgebiete, in denen in Deutschland ein Fachkräftemangel erwartet wird

„Doch auch mit der besten Qualifikation müssen Sprachbarrieren überwunden werden. Der Schlüssel zur Integration ist nun einmal die Sprache“, sagt Brunner.